2.050 Brühlwiesen

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Brühlwiesen" vom 26. Februar 1981 (GBl. v. 24.04.1981, S. 233).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S. 99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Sinsheim, Gemarkungen Rohrbach und Steinsfurt im Rhein-Neckar-Kreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Brühlwiesen".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 3,97ha. Es umfaßt auf dem Gebiet der Stadt Sinsheim - Gemarkung Rohrbach - folgende Grundstücke mit den Flurstücksnummern: 402, 403, 404, 405, 406 (teilweise), 407 (teilweise), 410, 420, 421, 422, 423, 425, 426/1, 433, 434, 435, 436 und auf der Gemarkung Steinsfurt folgende Grundstücke mit den Flurstücksnummern: 549, 551 (teilweise), 552 (teilweise), 553 (teilweise), 564/1, 564/2, 565, 566, 567, 568, 569, 570, 571, 561 (teilweise), 572, 563 (teilweise), 573, 574, 575, 578/1, 580, 581, 582, 583, 584, 585, 300 (teilweise).

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1:25000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1:1500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde – Regierungspräsidium Karlsruhe - in Karlsruhe verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis - in Heidelberg. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung eines kleinräumigen Ausschnittes des Elsenztales, in dem in charakteristischer Weise feuchte Auenbiotope (Wiesen, Weidengebüsch, Großseggenried, Schilfbestände) mit trockenwarmen Lebensräumen des anschließenden unteren Talhanges (Steinriegel, Trockenrasen, Obst- und Feldgehölze) miteinander in engem räumlichen Zusammenhang stehen.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a)      die geschützte Fläche außerhalb der gekennzeichneten Wege zu betreten;

b)      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

c)      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

d)     die Bodengestalt zu verändern;

e)      Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

f)       Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

g)      Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

h)      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

i)        Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- und Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

j)        zu fahren, zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

k)      Feuer anzumachen oder Feuerstellen einzurichten;

l)        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

m)    Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

a)      für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;

b)      für die ordnungsgemäße land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

c)      für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

d)     für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

e)      für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Die Schutz- und Pflegemaßnahmen und Einrichtungen im Schutzgebiet werden je nach Erfordernis durch die höhere Naturschutzbehörde im Rahmen eines Pflege- und Entwicklungsplanes oder durch Einzelanordnungen durchgeführt.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Karlsruhe, den 26. Februar 1981

gez.: Dr. Müller