2.051 Felsenberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Felsenberg" vom 9. März 1981 (GBl. v. 24.04.1981, S. 234).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (Ges. Bl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (Ges. Bl. S. 99) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf der Gemarkung der Stadt Neckargemünd, Rhein-Neckar-Kreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Felsenberg".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von ca. 5,86 ha. Es umfaßt das Grundstück Lgb.-Nr. 1940/5 ganz.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:1500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde - Regierungspräsidium Karlsruhe - verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde - Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises in Heidelberg -. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung und nachhaltige Sicherung des Gebietes als Lebensraum von Pflanzen- und Tiergemeinschaften, insbesondere als Brut- und Rastplatz für bedrohte Vogelarten sowie als Lebensraum für seltene Spinnentiere und Amphibien.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile führen können. Ebenso sind alle Handlungen verboten, die zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a)      die geschützte Fläche zu betreten;

b)      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

c)      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

d)     die Bodengestalt zu verändern;

e)      Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

f)       Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

g)      Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

h)      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

i)        Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

j)        zu fahren, zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

k)      Feuer anzumachen oder Feuerstellen einzurichten;

l)        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

m)    Radios und sonstige Tonwiedergabe- und Tonaufnahmegeräte in Betrieb zu nehmen sowie zu fotografieren und zu filmen;

n)      Modellflugzeuge aller Art zu betreiben, Ballons aufsteigen zu lassen oder das Schutzgebiet mit Drachen oder Hängegleitern zu überfliegen;

o)      Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

 

a)      für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

b)      für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang (Wildwuchsfläche) mit der Maßgabe, daß in der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni keine forstwirtschaftliche Nutzung erfolgt;

c)      für die Nutzung des von der Stadt Neckargemünd an den Turnverein 1907 Kleingemünd verpachteten Grundstücksteils für Veranstaltungen und Grundstückspflege, die sich im Rahmen des Schutzzweckes halten müssen, wobei Veranstaltungen nicht in der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni stattfinden bzw. durchgeführt werden dürfen.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Die Schutz- und Pflegemaßnahmen im Schutzgebiet werden je nach Erfordernis durch die untere Naturschutzbehörde im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde im Rahmen eines Pflege- und Entwicklungsplanes oder durch Einzelanordnungen durchgeführt.

 

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Karlsruhe, 9. März 1981

gez.: Dr. Burkard