2.052 Kranichsberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Kranichsberg" vom 21. April 1981 (GBl. v. 18.05.1981, S. 258).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S. 99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf der Gemarkung der Stadt Eberbach, Rhein-Neckar-Kreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Kranichsberg".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von ca. 8,107 ha. Es umfaßt das Grundstück Flst.-Nr. 8639 teilweise.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1:1500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde - Regierungspräsidium Karlsruhe - verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde - Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung und nachhaltige Sicherung des Gebietes als Lebensraum von Pflanzen- und Tiergemeinschaften, insbesondere als Brut- und Rastplatz von bedrohten Vogelarten.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a)      die geschützte Fläche zu betreten;

b)      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

c)      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

d)     die Bodengestalt zu verändern;

e)      Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

f)       Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

g)      Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

h)      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

i)        Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

j)        zu fahren, zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

k)      Feuer anzumachen oder Feuerstellen einzurichten;

l)        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

m)    Radios und sonstige Tonwiedergabe- und Tonaufnahmegeräte in Betrieb zu nehmen sowie zu fotografieren und zu filmen;

n)      Modellflugzeuge aller Art zu betreiben, Ballons aufsteigen zu lassen oder das Schutzgebiet mit Drachen oder Hängegleitern zu überfliegen;

o)      Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

a)      für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd in der bisherigen Art;

b)      für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art (Wildwuchsfläche) mit der Maßgabe, daß in der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni keine forstwirtschaftliche Nutzung erfolgt;

c)      für die Benutzung des im Südosten des Gebietes von Waldgrenzstein Nr. 246,5 über Nr. 247 und weiter über Nr. 1 und 2 bis Waldgrenzstein Nr. 3 führenden Holzabfuhrweges;

d)     für die Benutzung des Wanderpfades zur Teufelskanzel;

e)      für die bestimmungsgemäße Nutzung der Bahnanlagen;

f)       für Pflege- und Ausgestaltungsmaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

g)      für die behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderung.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Die Schutz- und Pflegemaßnahmen im Schutzgebiet werden durch die untere Naturschutzbehörde im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde im Rahmen eines Pflege- und Ausgestaltungsplanes oder durch Einzelanordnung durchgeführt.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündigung in Kraft.

 

Karlsruhe, den 21. April 1981

Dr. Müller