2.053 Geisrain

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Geisrain" vom 25. Juni 1981(GBl. v. 28.08.1981, S. 455).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S. 99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf der Gemarkung Auerbach, Gemeinde Elztal, Neckar-Odenwald-Kreis wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Geisrain".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von ca. 5,5 ha.

Es umfaßt die folgenden Grundstücke auf dem Gebiet der Gemeinde Elztal, Ortsteil Auerbach ganz oder teilweise:

Flst. Nrn. 8954, 8955, 8956, 8957, 8958, 8959. 8960, 8961, 8962, 8963, 8964, 8965 (teilweise), 8966, 8967, 8968, 8969, 8970. 8971, 8972, 8973, 8974 (teilweise).

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1:1500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde - Regierungspräsidium Karlsruhe - verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde - Landratsamt des Neckar-Oden­wald-Kreises in Mosbach.

Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung und nachhaltige Sicherung des Trocken- und Halbtrockenrasens als Lebensraum stark gefährdeter Pflanzen und Tiere, insbesondere der Großschmetterlinge.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a)      die geschützte Fläche zu betreten;

b)      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

c)      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

d)     die Bodengestalt zu verändern;

e)      Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

f)       Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

g)      Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

h)      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

i)        Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

j)        zu fahren, zu reiten, zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

k)      Feuer anzumachen oder Feuerstellen einzurichten;

l)        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

m)    Radios und sonstige Tonwiedergabe- und Tonaufnahmegeräte in Betrieb zu nehmen;

n)      Flugmodelle aller Art zu betreiben, das Schutzgebiet mit Drachen oder Hängegleitern zu überfliegen oder Ballons aufsteigen zu lassen;

o)      Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

a)      für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß auf der geschützten Fläche keinerlei Wildfütterungsanlagen sowie Leitern oder Kanzeln erstellt werden;

b)      für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, die bereits vorhandenen Fichtenkulturen im östlichen Teil langfristig in einen standortgemäßen Laubwald umzuwandeln;

c)      für die ordnungsgemäße Ausübung der landwirtschaftlichen Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

d)     für Pflegemaßnahmen und Einrichtungen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

e)      für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Die Schutz- und Pflegemaßnahmen und Einrichtungen im Schutzgebiet werden je nach Erfordernis durch die höhere Naturschutzbehörde im Rahmen eines Pflege- und Entwicklungsplanes oder durch Einzelanordnungen durchgeführt.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Karlsruhe, den 25. Juni 1981

Dr. Müller