2.054 Battertfelsen beim Schloß Hohenbaden

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Battertfelsen beim Schloß Hohenbaden" vom 30. Juni 1981 (GBl. v. 28.08.1981, S. 457).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch Artikel 1 Nr. 28 des Gesetzes vom 30. Mai 1978 (GBl. S. 286), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Baden-Baden im Stadtkreis Baden-Baden werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Battertfelsen beim Schloß Hohenbaden."

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca.35 ha. Es umfaßt östlich des Schlosses Hohenbaden im wesentlichen Teile der Abteilungen 12, 15 und 16 des Staatswalddistriktes I Badener Forst zwischen dem Oberen Felsenweg bzw. dem Waldweg zwischen Waldabteilung 11 und 15 im Norden und einer durch Wege oder Schneisen markierten Linie ca.120 m unterhalb des Unteren Felsenweges im Süden.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie flächig grau und in einer Deutschen Grundkarte im Maßstab 1:5000 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Karlsruhe verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Baden-Baden. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist:

·         die Erhaltung der geologisch und erdgeschichtlich bedeutsamen Felsengruppe des Battert und seiner Umgebung;

·         die Erhaltung wertvoller Pflanzenstandorte und Lebensstätten der Tierwelt, insbesondere seltener Insekten und Reptilien;

·         die Erhaltung der auf den Blockhalden wachsenden naturnahen Waldteile mit ihren eindrucksvollen Baumbeständen;

·         die Erhaltung des Battert als naturnahes Naherholungsgebiet.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a)      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

b)      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

c)      die Bodengestalt zu verändern;

d)     Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

e)      Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

f)       Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

g)      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

h)      Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

i)        die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

j)        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

k)      Feuer zu machen;

l)        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

m)    zu reiten;

n)      Modellflugzeuge zu betreiben;

o)      Sportarten zu betreiben, die nur unter Einsatz von technischem Gerät möglich sind.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

a)      für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;

b)      für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß südlich des Oberen Felsenweges der Einsatz von Bioziden unterbleibt und daß die unter § 6 (Schutz- und Pflegemaßnahmen) genannten Grundsätze beachtet werden;

c)      für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

d)     für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

e)      für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

f)       für das Klettern in den Battertfelsen mit der Maßgabe, daß zur Förderung des Schutzzweckes einzelne Kletterwege zeitlich begrenzt gesperrt werden können.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

(1) Zur Pflege und Erhaltung des artenreichen, locker und stufig aufgebauten Waldes im Schutzgebiet als Lebensraum von Tieren und Pflanzen sowie als Erholungsraum sind:

a)      durch einzelstammweise Entfernung von Bäumen Verjüngungshorste zu sichern;

b)      gegebenenfalls standortgemäße Gehölze, die der natürlichen potentiellen Vegetation entsprechen, anzupflanzen;

c)      Anflug von Nadelgehölz, das nicht der natürlichen potentiellen Vegetation zugehört, zu entfernen;

d)     abgängige Bäume im Bereich der Wege (ca. 10 m rechts und links der Wege) aus Gründen der Verkehrssicherung zu entfernen, das Holz, sofern nicht wirtschaftlich verwertbar, jedoch möglichst im Gelände zu belassen;

e)      abgängige bzw. umgestürzte Bäume, sofern nicht wirtschaftlich verwertbar, abseits der Wege zu belassen.

 

(2) Die Maßnahmen nach Absatz 1 sind von der Forstverwaltung im Einvernehmen mit der Naturschutzverwaltung durchzuführen. Hierzu soll spätestens alle 2 Jahre eine gemeinsame Begehung stattfinden.

(3) Absatz 1 und 2 gelten nicht für die Waldbestände nördlich des Oberen Felsenweges.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Karlsruhe, den 30. Juni 1981

Dr. Müller