2.056 Steinbruch Sulzbach

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Steinbruch Sulzbach" vom 7. Dezember 1981 (GBl. v. 16.03.1982, S. 69).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch Artikel 1 Nr. 28 des Gesetzes vom 30. Mai 1978 (GBl. S. 286), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Weinheim, Gemarkung Sulzbach, Rhein-Neckar-Kreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Steinbruch Sulzbach".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von ca. 2,26 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 24. September 1980 auf dem Gebiet der Stadt Weinheim, Gemarkung Sulzbach, die Grundstücke Flst.-Nrn. 437, 438, 439, 440, 441, 442, 443, 444, 445, 446, 447, 448, 450 und 452/1 ganz sowie die Grundstücke Flst.-Nrn. 436 und 683 teilweise. Im Südwesten wird das Schutzgebiet begrenzt durch die kürzeste Verbindung zwischen dem südlichsten Grenzpunkt des Grundstückes Flst.-Nr. 450 und dem westlichsten Grenzpunkt des Grundstückes Flst.-Nr. 435.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1:1500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde - Regierungspräsidium Karlsruhe - verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde - Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis - in Heidelberg. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung und Sicherung

·         artenreicher, thermophiler Pflanzengesellschaften der Trockenrasen, der Halbtrockenrasen sowie der wärmeliebenden Saumgesellschaften als Bindeglied zwischen den Trocken- und Halbtrockenrasen des Baulandes und des Rhein-Hessischen Bereiches;

·         der heimischen Tierwelt, insbesondere der wärmeliebenden Insekten dieses Lebensraumes.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a)      das Gebiet außerhalb der bestehenden Wege zu betreten;

b)      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

c)      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

d)     die Bodengestalt zu verändern;

e)      Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

f)       Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

g)      Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

h)      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

i)        Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

j)        die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

k)      zu fahren, zu reiten, zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

l)        Flugmodelle aller Art zu betreiben, das Schutzgebiet mit Drachen oder Hängegleitern zu überfliegen oder Ballons aufsteigen zu lassen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

a)      für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;

b)      für die ordnungsgemäße land- oder forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

c)      für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

d)     für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

e)      für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderung;

f)       für die vom Schießsportverein genutzten Basisfläche des Steinbruchs mit der Maßgabe, daß diese ausschließlich Sportschießübungen dienen darf.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Die Schutz und Pflegemaßnahmen und Einrichtungen im Schutzgebiet werden je nach Erfordernis durch die höhere Naturschutzbehörde im Rahmen eines Pflege- und Entwicklungsplanes oder durch Einzelanordnung durchgeführt.

 

§ 7 Befreiung

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Karlsruhe, 7. Dezember 1981

gez.: Dr. Müller