2.061 Federbachbruch zwischen Muggensturm und Malsch

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde und obere Jagdbehörde über das Naturschutzgebiet "Federbachbruch zwischen Muggensturm und Malsch" vom 22.Dezember 1982 (GBl. v. 25.01.1983, S. 24).

 

Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und 64 Abs.1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654) und von § 22 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes vom 15. März 1954 in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12, berichtigt S. 116), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Malsch, Landkreis Karlsruhe, und Muggensturm, Landkreis Rastatt, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Federbachbruch zwischen Muggensturm und Malsch".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 43 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 1. Oktober 1981 folgende Grundstücke:

1. auf der Gemarkung Malsch

Lgb. Nrn.: 561 (teilweise), 2213 (teilweise), 2215, 2216, 2217/1, 2217/2, 2218-2221, 2222/1, 2222/2, 2223 (teilweise), 2256/1, 2256/2, 2257-2260, 2262/1, 2263, 2264, 2266-2273, 2275/1, 2276-2293, 8671/1, 8611/2, 8671/3. 8673-8677, 8679, 8680, 8681, 8682/1, 8683-8699, 8700-8711, 8713-8724, 87291, 8729/1, 8729/2, 8730-8735, 8823, 8824, 8825/1. 8825/2, 8825/3 und 8826;

2. auf der Gemarkung Muggensturm

Lgb.Nm.: 48 (teilweise), 431 (teilweise), 1332/8, 1333/1 (teilweise), 7791 und 7804-7813.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie flächig grau und in einer Flurkarte im Maßstab 1:1500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde, dem Regierungspräsidium Karlsruhe, verwahrt; je eine Ausfertigung befindet sich bei den unteren Naturschutzbehörden, dem Landratsamt Rastatt. Die Verordnung mit Karten kann während der Dienststunden eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist:

·         die Erhaltung eines Restes des Federbachbruches;

·         die Erhaltung der typischen und ausgedehnten Vegetation feuchter Standorte (Schilfröhricht, Großseggenrieder, Feuchtwiesen und Bruchwälder);

·         die Erhaltung, Sicherung und Förderung der vielfältigen, aber stark gefährdeten Tierwelt (u. a. Vögel, Amphibien und Insekten) des Bruches.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.      die Bodengestalt zu verändern;

4.      Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Schutzgebietes verändern;

5.      Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.      Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.      Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.      die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.  zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

11.  Feuer anzumachen;

12.  ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.  Flugmodelle zu betreiben;

14.  die Grundstücke auf Gemarkung Muggensturm landwirtschaftlich zu nutzen;

15.  das Schutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten;

16.  zu reiten und das Schutzgebiet zu befahren.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

1.      für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd mit den Maßgaben, daß
a) Hochsitze nur entlang des Weges am Neugraben aufgestellt und
b) Röhrichtbestände nicht gemäht oder gemulcht werden dürfen;

2.      für die ordnungsmäßige Ausübung der Fischerei;

3.      für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung mit den Maßgaben, daß
a) die Verjüngung mit dem Ziel eines lockeren, aus standortgemäßen Baumarten (Erle, Pappel, Baumweide) zusammengesetzten Waldes zu erfolgen hat;
b) der Abhieb nur kleinflächig (nicht über 0,5 ha) durchgeführt werden darf;
c) Aufforstungen über den bisherigen räumlichen Umfang hinaus nicht vorgenommen werden dürfen und
d) Bäume mit erkennbaren Höhlen zu erhalten sind;

4.      für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung der auf Gemarkung Malsch liegenden Grundstücke in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß Wiesen nicht in Ackerland umgewandelt werden dürfen;

5.      für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

6.      für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

7.      für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 8 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Karlsruhe, 22. Dezember 1982

Dr. Müller