2.068 Schönhelden

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Schönhelden" vom 30. November 1983 (GBl. v. 13.01.1984, S. 13).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz -NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts (LOWiBerG) vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Rosenberg, Gemarkung Sindolsheim, Neckar-Odenwald-Kreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Schönhelden".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 10,5 ha.

Es wird durch folgende Grundstücke und Wege begrenzt: Im Westen durch den außerhalb des Schutzgebietes liegenden Schönheldenweg von Grenzstein Nr. 14 bis zum Weg Flst.Nr. 3770, anschließend durch den außerhalb des Schutzgebietes liegenden Weg Flst.Nr. 3770 bis zur nördlichen Grundstücksgrenze des Grundstücks Flst.Nr. 3783, im Süden durch das außerhalb des Schutzgebietes liegende Grundstück Flst.Nr. 3821, im Osten durch den im Schutzgebiet liegenden Frauenschuhweg ab Grenzstein Nr. 29/3 bis zum Grenzstein Nr. 19, von Grenzstein Nr. 19 bis Grenzstein Nr. 17 durch den außerhalb des Schutzgebietes liegenden Weg Flst.Nr. 3845 und im Norden durch die Grundstücke Flst.Nr. 3780, 3781 und 3783, die innerhalb des Naturschutzgebietes liegen. Das Naturschutzgebiet umfaßt nach dem Stand vom 20. September 1982 auf dem Gebiet der Gemeinde Rosenberg, Gemarkung Sindolsheim, die Grundstücke Flst. Nrn. 3780-3783, 3835 (teilw.) und 3822.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie flächig grau und in einer Flurkarte im Maßstab 1:1500 mit roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe und beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach auf die Dauer von drei Wochen beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 

(3) Die Verordnung mit Karten ist nach ihrer Verkündung bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung eines lichten Mischwaldes mit wärmeliebenden Saumgesellschaften sowie eines der letzten Vorkommen stark gefährdeter Orchideenarten im Bauland.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.           Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.           die Bodengestalt zu verändern;

4.           Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

5.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.           Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.           Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.           die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.       zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

11.       außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen, zu unterhalten oder zu grillen;

12.       ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.       die Wege zu verlassen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

1.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.           für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß
a) eine Düngung des Orchideenstandortes unterbleibt,
b) der Bestockungsgrad auf die Lichtansprüche der gefährdeten Orchideenarten reduziert wird,
c) Rücke-Arbeiten pfleglich und bei geeigneter Witterung durchgeführt werden und
d) Holzlagerung außerhalb der Orchideenstandorte erfolgt.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Pflegemaßnahmen zur Erhaltung und Förderung des Orchideenstandortes sind von der höheren Naturschutzbehörde im Benehmen mit der Forstverwaltung vorzunehmen.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 

Karlsruhe, den 30. November 1983

Dr. Müller