2.070 Hülbe bei Sulz

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Hülbe bei Sulz" vom 19. Januar 1984

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz
-NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts (LOWiBerG) vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 189), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Wildberg, Gemarkung Sulz am Eck, Landkreis Calw, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Hülbe bei Sulz".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 6 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 8. Juli 1981 auf dem Gebiet der Stadt Wildberg, Ortsteil Sulz am Eck, die Grundstücke Flst. Nrn. 6037 (teilweise), 6038/5 und 6290 bis 6296 (jeweils teilweise) sowie Feldweg FW 131 (teilweise).

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 und in einer Detailkarte im Maßstab 1:2500 rot eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe und beim Landratsamt Calw auf die Dauer von drei Wochen beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 

(3) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

 

§ 3 Schutzzweck

 

1. die Erhaltung und Entwicklung der Hülbe und der westlich von ihr liegenden Teiche als Feuchtgebiet und Lebensraum einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt, vor allem als bedeutendes Laichgebiet geschützter, hochgradig gefährdeter Amphibienarten;

2. die Erhaltung des artenreichen und standortgemäßen Laubmischwaldes als Lebens- und Nahrungsraum sowie Überwinterungsgebiet (Reservat) einer artenreichen Tierwelt, vor allem der aus dem Feuchtgebiet übergewechselten Amphibienarten, sowie als Wuchsort besonders geschützter Pflanzenarten in der Krautschicht.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a)      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

b)      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

c)      die Bodengestalt zu verändern;

d)     Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern, oder Wasser aus der Hülbe und den westlich von ihr liegenden Teichen zu entnehmen;

e)      Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

f)       Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

g)      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

h)      Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören,

i)        die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

j)        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

k)      außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen oder zu unterhalten;

l)        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

m)    das Grundstück Flst. Nr. 6038/5 (Hülbe) sowie die Grundstücke Flst. Nrn. 6290 bis 6296 (jeweils teilweise) zu betreten;

n)      Dünger, Pflanzenbehandlungsmittel sowie andere insekten- oder amphibienschädliche Mittel auszubringen oder zu lagern.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Der Wald ist im Benehmen mit der höheren Naturschutzbehörde entsprechend dem Schutzzweck zu bewirtschaften. Schutz- und Pflegemaßnahmen werden in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 

Karlsruhe, den 19. Januar 1984

Dr. Müller