2.071 Rastatter Rheinaue

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Rastatter Rheinaue" vom 8. Februar 1984 (GBl. v. 13.04.1984, S. 268).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S.199), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Rastatt und der Gemeinden Iffezheim und Steinmauern, Landkreis Rastatt, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Rastatter Rheinaue".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 845 ha. Seine Grenze verläuft im Süden am Fuße des Bahndamms der Strecke Wintersdorf-Roppenheim (Frankreich), im Westen unter Aussparung der Grundstücke Lgb.Nm.88/12, 88/13, 5748/5 (teilweise), 5748/6, 5748/8, 5748/12, 5748/13 (teilweise), 5750/2, 5756/1, 5756/2, 5756/4, 5786-5789 und 7715 (teilweise) entlang des Rheinufers bis zur Murgmündung. Von dort aus verläuft die Grenze in östlicher Richtung dem linken Murgufer entlang bis zum Murghochwasserdamm und folgt diesem am landseitigen Dammfuß bis zur Mündung des Riedkanals in die Murg. Von dort setzt sie sich entlang des außerhalb des Schutzgebietes liegenden Grundstückes Lgb.Nr. 6336 (Riedkanal) bis zur Nordostecke des Gemeindewaldes Distrikt 1 »Oberwald« fort, folgt dessen Grenze nach Süden unter Einschluß der einspringenden landwirtschaftlichen Grundstücke Lgb. Nr.6832-6837 sowie des Weges Lgb. Nr.6838 bis zum Grenzstein Nr.13 (südwestliche Ecke des außerhalb des Schutzgebietes liegenden Gewannes »Wittmatt«). In Fortsetzung westlich davon umschließt die Grenze, dem außerhalb des Schutzgebietes liegenden Weg Lgb. Nr. 7087 folgend, das Gewann »Hiltenbrag« und das Grundstück Lgb. Nr. 7086. Sie stößt dann auf den Haupthochwasserdamm, überspringt diesen und führt entlang des wasserseitigen Dammfußes nach Süden bis zum Feldweg, der den Haupt­hochwasserdamm vom »Hellen Wasser« (Gewann »Fischreihergründe«, Lgb. Nr. 5751/5) kommend überquert, wechselt dort unter Aussparung der auf dem Haupthochwasserdamm liegenden Ausweichstelle auf die landseitige Dammseite über und setzt sich dann entlang des Dammfußes bis rund 150m südlich der Gemarkungsgrenze zwischen Plittersdorf und Wintersdorf fort, folgt von dort unter Einschluß der Gewanne »Der böse See«, »Rheinfeld«, »Im Unterstein « und »Bannwasser« sowie des Gemeindewaldes Distrikt III »Saurhein und Bannwald« entlang des rheinseitigen Dammfußes des Nebendammes (Sommerdamm) und in Fortsetzung dem diese Gewanne begrenzenden Weg bis zur Oberkante der Uferböschung des Alten Sandbachs. Im Anschluß daran verläuft die Grenze entlang des außerhalb des Schutzgebietes liegenden Grundstückes Lgb. Nr. 3360 bis an dessen südliche Ecke, springt dann in gerader Linie über auf die nordöstliche Ecke des Grundstückes Lgb. Nr. 3394, folgt der Westgrenze dieses Grundstückes bis zur Rheinstraße und führt schließlich von dort aus unter teilweisem Einschluß des Grundstücks Lgb. Nr. 2955/2 sowie unter Einschluß der Grundstücke Lgb. Nr.2996/3 und 3011 zum Bahndamm zurück.

 

(2) Das Naturschutzgebiet beinhaltet folgende fünf Kernzonen:

1.      Murgwinkel

Häfele

Füllergrund

Saurhein-Bannwald-Schmidtseppengrund

Bannwasser.

Diese Kernzonen haben zusammen eine Größe von rund 244 ha und umfassen im wesentlichen die nachstehend beschriebenen Flächen:

1.      Murgwinkel: den Großen Bärensee sowie die nördlich anschließenden Altrheingewässer und Auenwälder bis zur Murg, die nördlichen Teile des Gänsrheins und den nördlichen Teil des Baggersees im Gewann "Wörtfeld". Sie weist eine Fläche von rund 133 ha auf. Ihre Grenze verläuft von der Murgmündung entlang des Rheinufers nach Süden bis Rhein-km 341,785, knickt dort nach Osten ab und erreicht, auf einem noch innerhalb der Kernzone liegenden Waldweg verlaufen, die innerhalb der Kernzone liegende Halbinsel zwischen dem Kleinen und Großen Bärensee. Von der Nordostseite der Halbinsel führt sie in gerader Linie nach Nordosten auf die Nordwestecke des Grundstücks Lgb.Nr. 5743/3 und von dort ebenfalls in gerader Linie weiter auf die Südostecke des Grundstücks Lgb. Nr. 5783 (Rheingrenzpunkt Nr. 114). Von dort durchquert die Grenze in gerader Linie den Baggersee bis zum Durchlaßrohr (wird nach erfolgter Auskiesung durch Boje ersetzt) zwischen Baggersee und Gänsrhein, verläuft dann im Gänsrhein, von seinem Westufer einen Abstand von 20m einhaltend, bis zum Schnittpunkt Rheinhochwasserdamm/Murgdamm, von wo aus die Grenze der Kernzone identisch mit der Schutzgebietsgrenze zur Murgmündung zurückführt.

Häfele: die beiden durch die Fährstraße (L 77) und den Plittersdorfer Altrhein voneinander getrennten größeren Wasserflächen sowie die sie umgebenden Auenwälder der Silberweidenaue. Sie umfaßt eine Fläche von rund 14 ha. Ihre Grenze wird im wesentlichen durch die Ufer des Plittersdorfer Altrheins, durch den Feldweg zum Sportplatz Plittersdorf sowie durch eine meist deutliche Geländekante zwischen Pappelaue und Silberweidenaue gebildet.

Füllergrund: die Waldfläche und die sie umgebenden Altrheingewässer östlich des am "Unteren Hüttenkopf " vorbeiführenden durchgehenden Altrheinarmes. Die Grenze dieser rund 11 ha großen Kernzone verläuft im Westen und Südwesten in der Mitte des durchgehenden Altrheinzuges, im Norden im Osten und Südosten orientiert sie sich an der Geländekante eines schwach ausgeprägten Schlutensystems und setzt sich im Süden durch eine gedachte Linie zwischen der Geländekante der südöstlich gelegenen Schlute und dem Schnittpunkt des in Kernzone von Nord nach Süd durchlaufenden Waldweges mit dem Altrhein fort.

Saurhein - Bannwald- Schmidtseppengrund: den auf Gemarkung Wintersdorf liegenden Teil des Gewannes "Schafkopf" sowie die südliche Hälfte des Alten Sandbaches, das westlich des Haupthochwasserdammes anschließende Altrheingewässer ("Sandbachmündung") mit Teilen des westlich vorgelagerten Waldes im Gewann "Schmidtseppengrund" sowie teilweise die westlich des Hochwasserdammes liegenden Teile des Gemeindewaldes in den Gewannen "Saurhein" und "Bannwald". Diese Kernzone ist rund 75 ha groß. Ihre Grenze verläuft im Süden vom Alten Sandbach aus auf der Gemarkungsgrenze zwischen Iffezheim und Wintersdorf nach Westen bis zum Haupthochwasserdamm, folgt dann westlich dieses Dammes im wesentlichen der Geländekante zwischen Pappelaue und Silberweidenwald bis zum Rhein, von dort führt sie nach Norden bis zur Sandbachmündung weiter, überquert den Sandbach in gerader Linie bis zum Durchlaßbauwerk eines nach Norden laufenden Altrheinzuges, folgt rund 40 m dem östlichen Ufer dieses Altrheinzuges und knickt dann nach Osten ab, wo sie nach rund 190 m einen weiteren Altrheinzug erreicht. Diesen begleitet sie rund 250 m nach Norden, führt dann rund 210 m nach Osten bis zu einem Waldweg, dem sie dann nach Norden bis zur Grenze des Gemeindewaldes Distrikt III "Saurhein und Bannwald" und dem landwirtschaftlich genutzten Gewann "Lichtenwört" folgt. Im Norden verläuft sie entlang des Waldrandes bis zum Quellrhein, von dort nach Süden auf einer Strecke von rund 280 m entlang des östlichen Ufers des Quellrheins bis zum Haupthochwasserdamm und zieht sich an dessen wasserseitigem Fuß nach Süden bis zum Alten Sandbach, wo sie nach Osten abbiegt und in der Mitte dieses Gewässers verlaufend zum Ausgangspunkt zurückkehrt.

Bannwasser: die Röhrrichtfläche im Gewann "Bannwasser" sowie das nordwestliche Ufer des Waldsees bei Wintersdorf. Diese rund 11 ha große Kernzone wird begrenzt im Südwesten durch die Waldgrenze des Gemeindewaldes Distrikt III "Saurhein und Bannwald", im Westen durch den Haupthochwasserdamm, im Norden und Osten durch den am rechten Ufer des Bannwassergrabens entlang führenden Feldweg bzw. durch die Oberkante der Bannwasserschlute unter Aussparung der Ackerflächen und im Süden durch die Verlängerung der Rathausstraße von Wintersdorf.

 

(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Detailkarte im Maßstab 1:5000, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:2500, und in zwei weiteren Detailkarten im Maßstab 1:5000 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Kernzonen sind in diesen Karten flächig grau angelegt und violett umrandet. Im Bereich des Rheinübergangs Plittersdorf sowie des Wohngebietes Heizenau in Wintersdorf sind die Grenzen des Schutzgebietes zusätzlich in jeweils einer Detailkarte im Maßstab 1:1500 eingetragen.

Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe, beim Landratsamt Rastatt und beim Bürgermeisteramt der Stadt Rastatt auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 

(4) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 3 Satz 5 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung der Rheinaue bei Rastatt

·         als Naturraum von besonderer Eigenart und Schönheit;

·         als Rest der intakten Überflutungsaue in der Furkationszone des Rheins;

·         als Standort der Eichen-Ulmen-Waldgesellschaften und des Silberweidenwaldes sowie der artenreichen Vegetation, besonders an den Gewässern und Gewässerrandzonen;

·         als Lebensraum zahlreicher Tiergesellschaften mit seltenen, zum Teil vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a)      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

b)      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder An lagen dieser Art zu verändern;

c)      die Bodengestalt zu verändern;

d)     fließende oder stehende Gewässer zu schaffen, zu beseitigen, zu verändern sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

e)      Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

f)       Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

g)      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

h)      Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu beringen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn-, Rast-, Nahrungs- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

i)        die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

j)        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

k)      zu baden;

l)        außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen oder zu grillen;

m)    ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigung oder Erschütterungen zu verursachen;

n)      Hunde frei laufen zu lassen;

o)      die Wege mit Fahrzeugen (ausgenommen Fahrräder ohne Hilfsmotor und Rollstühle) zu befahren;

p)      die Wasserflächen mit Booten, mit Flößen, Luftmatratzen oder dergleichen zu befahren;

q)      Flugmodelle oder Modellboote zu betreiben;

r)       Dauergrünland in Ackerland umzubrechen;

s)       außerhalb von Ackerland und Pflanzenbehandlungsmittel zu verwenden;

t)       Gehölze, Hecken und Sträucher zu beseitigen oder zu zerstören;

u)      in der Zeit vom 1. März bis 31. August die Gras- und Krautschicht an den Wegrändern zu mähen oder zu mulchen.

 

(3) Darüber hinaus ist es in den Kernzonen verboten:

a)      die befestigten Wege zu verlassen;

b)      zu reiten;

c)      Schlittschuh zu laufen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

(1) § 4 gilt nicht:

a)      für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd mit den Maßgaben, daß Schilf- und Röhrichtbestände nicht gemäht oder gemulcht werden dürfen;

b)      für die ordnungsmäßige Ausübung der Berufsfischerei mit der Maßgabe, daß Wasserpflanzen zu schonen sind;

c)      für die ordnungsmäßige Ausübung der Sportfischerei mit den Maßgaben, daß die Ufervegetation und Röhrichte zu schonen sind, daß Fischerhütten und Fischerstege nicht angelegt werden dürfen und daß sie in den Kernzonen nur in den folgenden, in den Detailkarten sowie im Gelände näher gekennzeichneten Randbereichen zulässig ist:
 a) Murgwinkel: an den Uferstrecken des Altrheinzuges, der unmittelbar unterhalb des Leinpfades liegt, von Rhein-km 343,400-343,560, 343,800-344,000, 344,070-344,220, jeweils am Westufer, und von Rhein-km 343,800-343,880 auch am Ostufer, sowie an den nicht mit Röhricht bewachsenen Uferstrecken des Gänsrheins vom Fuß des Murghochwasserdamms aus; freigegeben ist darüber hinaus eine rund 120 m lange Uferstrecke auf der Halbinsel, die sich vom Murghochwasserdamm in den Gänsrhein verschiebt;
 b) Häfele: an einer am Westufer des nördlichen Sees liegenden Strecke mit einer Länge von rd.60 m;
 c) Saurhein - Bannwald - Schmidtseppengrund: an der unterhalb des Hochwasserdammes liegenden Einbuchtung des Altrheingewässers "Sandbachmündung" vom Gewässerrand unterhalb des Ufer-weges aus und an den daran anschließenden beiden Uferstrecken auf einer Länge von jeweils rd. 50 m sowie von der Mündung dieses Altrheingewässers "Sandbachmündung" vom Gewässerrand unterhalb des Uferweges aus und an den daran anschließenden beiden Uferstrecken auf einer Länge von jeweils rund 50 m sowie von der Mündung dieses Altrheingewässers in den Rhein landeinwärts an beiden Ufern auf einer Länge von jeweils rund 100 m;

d)     für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Um-fang, ausgenommen Maßnahmen nach § 4 Abs. 2 Nrn. 2,3,4,5,18,19,20 und 21;

e)      für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Um-fang mit der Maßgabe, daß die periodischen Betriebspläne für die Schonwaldbereiche nach den Schonwalderklärungen der Körperschaftsforstdirektion Karlsruhe über den "Rheinauewald Rastatt" und der Forstdirektion Karlsruhe über den "Rheinauewald Münchhausen" vom 8. Februar 1984 im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde aufgestellt werden und im gesamten Naturschutzgebiet entlang der Gewässer Waldränder aus einheimischen Baumarten (z. B. Silberpappel, Silberweide, Stieleiche und Wildobstarten) und Sträuchern zu erhalten, zu pflegen oder zu schaffen sind;

f)       für die ordnungsmäßige Unterhaltung und Instandsetzung der Hochwasserdämme mit der Maßgabe, daß die Dammböschungen in der Zeit vom 1. März bis 30. Juni nicht gemäht oder gemulcht werden dürfen;

g)      für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bis herigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

h)      für das Schlittschuhlaufen in der Kernzone Saurhein - Bannwald - Schmidtseppengrund auf dem Altrhein "Sandbachmündung" und in der Kernzone Murgwinkel auf dem Gänsrhein;

i)        für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

j)        für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

(2) § 4 Abs. 2 Nrn. 11 und 16 gelten nicht für den Badesee im Gewann "Sauweide" bei Wintersdorf.

 

(3) § 4 Abs. 2 Nr. 16 gilt nicht für das Befahren der in der Übersichtskarte und in den Detailkarten mit durchgezogener blauer Linie ausgewiesenen Gewässerstrecke mit den Maßgaben, daß nur Boote ohne Motorkraft betrieben werden dürfen, auf Wasserpflanzen Rücksicht zu nehmen ist und in Röhrichte nicht eingefahren werden darf.

 

(4) § 4 Abs. 2 Nr. 15 gilt nicht für das Befahren der in der Übersichts- und in den Detailkarten gelb gekennzeichneten Wege, soweit andere Vorschriften dem nicht entgegenstehen.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Die für das Schutzgebiet erforderlichen Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnungen festgelegt. Soweit diese den Wald betreffen, geschieht dies im Einvernehmen mit den Waldeigentümern und der Forstverwaltung.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG bzw. nach jagdrechtlichen Vorschriften Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Schonwalderklärungen

 

Auf die Schonwalderklärungen der Körperschaftsforsdirektion und der Forstdirektion Karlsruhe vom 8.Februar 1984 (vgl. § 5 Abs. 1 Nr. 5) wird verwiesen.

 

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

 

(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 5 Abs. 1 Nr. 1 die Jagd ausübt.

 

§ 10 Inkrafttreten

 

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 

(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamtes Rastatt über das Landschaftsschutzgebiet "Rheinaue" vom 4. April 1975, bekanntgemacht im Achern- und Bühler Boten, in den Badischen Neuesten Nachrichten und im Badischen Tageblatt vom 11. April 1975, außer Kraft.

 

Karlsruhe, den 8. Februar 1984

Dr. Müller