2.072 Bruch bei Stettfeld

 

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Bruch bei Stettfeld" vom 23. Februar 1984 (GBl. v. 13.04.1984, S. 273).

 

Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979, S. 12) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Ubstadt-Weiher, Landkreis Karlsruhe, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Bruch bei Stettfeld".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 97,24 ha.

Es umfaßt nach dem Stand vom 16. November 1981 auf dem Gebiet der Gemeinde Ubstadt-Weiher, Ortsteil

 

a) Ubstadt, die Grundstücke Flst. Nm.407 (teilweise), 614/2'(teilweise), 725, 726, 728-733, 733/1, 734/1, 735, 738-742, 744-758, 760-762, 764-766, 769, 770, 771/1, 771/2 772-778, 780/1, 781-790, 955/1, 978/1, 979, 981, 982, 983 (teilweise), 985 (teilweise), 998 (teilweise), 999-1002, 1003 (teilweise);

b) Weiher, die Grundstücke Flst. Nrn.206 (teilweise), 2625/1, 2707, 2708, 2709 (teilweise), 2710 (teilweise), 2711 (teilweise), 2713 (teilweise), 2714 (teilweise), 2715 (teilweise), 2716-2718, 2720, 2722-2732, 2734-2743, 2745/1, 2746-2748, 2750-2753, 2755, 2756, 2758-2763, 2765-2776, 2778-2792, 2793 (teilweise), 2794-2802, 2803/1, 2803/2, 2804-2819, 28212822/1, 2822/2, 2824-2835, 2836/1, 2836/2: 2837-2839, 2841-2846, 2848-2859, 2860/1, 2860/2, 2861, 2863, 2864, 2866-2869, 2870/1. 2873/1, 2874-2879, 2881-2884, 2886-2900, 2902-2911, 2913-2916, 2918, 2919, 2920/1, 2922-2932, 2934-2943, 2945/1, 2946-2957, 2959-2972, 2974/1, 2975-2984, 2986, 2988, 2990, 2992-2995, 2996 (teilweise), 2996/1, 2997-3002, 3003/1, 3003/2, 3004-3030, 3032/1, 3033, 3035-3042, 3044, 3046-3053, 3055-3069, 3071, 3072/1, 3074-3076, 3080-3090, 3093-3100, 3102, 3104-3106, 3108-3110, 3112-3114, 3116-3118, 3119 (teilweise), 3120 (teilweise), 3316 (teilweise), 3316/5 (teilweise), 3316/11 (teilweise), 3317;

c) Stettfeld, die Grundstücke Flst. Nrn. 1808/2 (teilweise), 1982, 2434 (teilweise), 2694 (teilweise), 2768 (teilweise), 2769 (teilweise), 2770 (teilweise), 2771 (teilweise), 2772 (teilweise), 2773 (teilweise), 2774 (teilweise), 2776 (teilweise), 2777 (teilweise), 2779 (teilweise), 2780 (teilweise), 2781, 2782/1, 2782/2, 2878/1, 2880-2883, 2884/1, 2884/2, 2886-2888, 2890, 2891/1, 2891/2, 2893-2895, 2897, 2898, 2900/1, 2901-2909, 2911/1, 2912, 2913/1. 2913/2, 2914-2922, 2923/ 1, 2923/2, 2924-2933, 2934/1, 2934/2, 2936-2942, 2943/1, 2945-2951, 3045 (teilweise), 3046-3054, 3056 (teilweise), 3057-3060, 3062-3070, 3072-3078, 3080, 3082-3091, 3091/1, 3092-3094, 3096/1, 3097, 3098, 3099/1, 3101--3104, 3106-3108, 3110, 3111/1, 3112, 3113, 3115, 3117-3134, 3134/1, 3135-3140, 3140/1, 3141-3151, 3153-3159, 3161-3163, 3166, 3168, 3168/1, 3169, 3173/1, 3173/2, 3175-3177, 3179, 3181, 3183/1, 3184, 3186, 3186/2, 3187, 3190, 3191, 3194-3197, 3197/1, 3198, 3200/1, 3201, 3204, 3206, 3212-3217, 3219-3224, 3224/1, 3225, 3226/1, 3226/2, 3227-3231, 3233, 3234, 3236/1, 3237-3241, 3243-3251, 3253/1, 3254, 3256, 3257/1, 3259-3263, 3265-3267, 3268/1, 3269-3272, 3274-3278, 3280, 3282-3286, 3286/1, 3288-3305, 3306/1, 3306/2, 3307-3311, 3400/1 (teilweise), 3403 (teilweise). 3405 (teilweise), 3406 (teilweise), 3407 (teilweise), 3408 (teilweise), 3409 (teilweise), 3410 (teilweise), 3411 (teilweise), 3413 (teilweise), 3414 (teilweise), 3415 (teilweise), 3416/1 (teilweise), 3417/1 (teilweise), 3418/1 (teilweise), 3419/1(teilweise), 3420/2 (teilweise), 3430/1 (teilweise), 3444 (teilweise).

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie flächig grau und in zwei Detailkarten im Maßstab 1:1500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe und beim Landratsamt Karlsruhe auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündigung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 

(3) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 2 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung der weitläufigen, nassen, wechselfeuchten Schilf-, Seggen- und Wie-senflächen sowie der Gebüschbestände und des Erlenwaldes als Lebensraum von gefährdeten Pflanzen- u. Tiergesellschaften sowie insbesondere als bedeutsames Vogelbrutgebiet.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.           Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.           die Bodengestalt zu verändern;

4.           fließende oder stehende Gewässer zu schaffen, zu beseitigen, zu verändern sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

5.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.           Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.           Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu beringen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn-, Rast-, Nahrungs- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.           die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.       zu baden, zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

11.       Feuer zu machen;

12.       ohne zwingenden Grund Lärm-, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.       Hunde frei laufen zu lassen;

14.       zu reiten;

15.       das Schutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten;

16.       die Wege mit Fahrzeugen aller Art (ausgenommen Fahrräder ohne Hilfsmotor und Rollstühle) zu befahren;

17.       Flugmodelle oder Modellboote zu betreiben;

18.       Dauergrünland in Ackerland umzubrechen;

19.       die überwiegend mit Schilf oder Seggen bewachsenen Flächen anders als nach den Vorschriften der höheren Naturschutzbehörde zu pflegen;

20.       außerhalb von Ackerland Pflanzenbehandlungsmittel einzubringen oder zu verwenden;

21.       Gehölze, Hecken und Sträucher zu beseitigen oder zu zerstören.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

1.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd mit den Maßgaben, daß
a) Hochsitze nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde in der Zeit vom 1. September bis 1. März erstellt werden dürfen;
b) Schilf oder andere Röhrichte nur im Einvernehmen mit der höeren Naturschutzbehörde gemäht oder gemulcht werden dürfen;

2.           für die ordnungsmäßige Bekämpfung von Bisam (Ondatra zibethica) und Nutria (Myocastor coypus) in der Zeit vom 1. September bis 1. März;

3.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Fischerei am Kraichbach mit der Maßgabe, daß § 4 Abs. 2 Nr. 16 einzuhalten ist;

4.           für die ordnungsmäßige Ausübung der landwirtschaftlichen Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß § 4 Abs. 2 Nrn. 18, 19, 20 und 21 einzuhalten ist;

5.           für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfange mit der Maßgabe, daß der Wald im Gewann "Roßhäuser" schonwaldartig bewirtschaftet wird mit dem Ziel, einen naturnahen und standortgemäßen Wald vom Typ des Traubenkirschen-Erlen-Eschen-Auwaldes entsprechend der potentiellen natürlichen Vegetation zu entwickeln;

6.           für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

7.           für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

8.           für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden von der höheren Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 und § 5 Nr. 1 die Jagd ausübt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Die Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 

Karlsruhe, den 23. Februar 1984

Dr. Müller