2.140 Gültlinger und Holzbronner Heiden

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet "Gültlinger und Holzbronner Heiden" (Wildberg und Calw, Landkreis Calw) vom 22. Januar 1991 (GBl. v. 27.03.1991, S. 158).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Städte Calw und Wildberg, Landkreis Calw werden zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Gültlinger und Holzbronner Heiden".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 350 ha und besteht aus acht Teilgebieten, dem

 

·               Naturschutzgebiet »Killberg und Heidenbühl« mit einer Größe von rund 150 ha auf dem Gebiet der Stadt Wildberg, Gemarkung Gültlingen mit den Grundstücken Flst. Nrn. 975 teilweise, 979 -981, 983, 989 tw, 990-993, 1018-1021, 1021/1, 1022, 1023, 1025, 1027-1034, 1036, 1038-1042, 1044, 1046, 1048, 1049, 1053-1057, 1058 tw, 1059, 1060, 1060/1, 1061-1063, 1077-1083, 1085 tw, 1097-1100, 1101 tw, 1102-1105, 1107-1125, 1126 tw, 1127-1132, 1135 tw, 1136-1140, 1141 tw, 1154-1158, 1165 tw, 2530-2536, 2548 tw, 2549, 2550 tw, 2551-2562, 2603, 2604 tw, 2617 tw, 2618, 2618/1, 2621-2628, 2630-2633, 2635-2649, 2649/1, 2650-2655, 2655/1, 2656-2664, 2669, 2671-2676, 2677 tw, 2678-2680, 2682 tw (K 4300), 2927 tw, 2942;

·               Naturschutzgebiet »Lerchenberg« mit einer Größe von rund 30 ha auf dem Gebiet der Stadt Wildberg, Gemarkung Gültlingen mit den Grundstücken Flst. Nrn. 304, 3043, 3044 tw, 3045 tw, 3115-3124, 3127, 3141-3150, 3152-3161, 3163, 3164 tw, 3165;

·               Naturschutzgebiet »Löchle und Gissibel« mit einer Größe von rund 38 ha auf dem Gebiet der Stadt Wildberg, Gemarkung Gültlingen mit den Grundstücken Flst. Nrn. 2971 tw, 2972, 2973 tw, 2974-2976, 2978-2991, 2996 tw, 2998-3001, 3002 tw, 3003, 3005, 3050-3052, 3054, 3056 tw, 3057-3060, 3061 tw, 3062-3064, 3065/1, 3066,3067;

·               Naturschutzgebiet »Ban« mit einer Größe von rund 10 ha auf dein Gebiet der Stadt Wildberg, Gemarkung Gültlingen mit den Grundstücken Flst.Nrn. 2297, 2298 tw, 2300, 2302-2318, 2319 tw, 2320-2324;

·               Naturschutzgebiet »Benzenlehle« mit einer Größe von rund 10 ha auf dem Gebiet der Stadt Calw, Gemarkung Holzbronn mit den Grundstücken Flst. Nrn. 561 tw (K 4302), 594, 595, 597-599, 601, 1092-1098, 1102-1104, 1124 tw, 1141 tw;

·               Naturschutzgebiet »Maidelgrund« mit einer Größe von rund 30 ha auf dem Gebiet der Stadt Calw, Gemarkung Holzbronn mit den Grundstücken Flst. Nrn. 409 tw, 410 tw, 413-417, 418 tw, 419, 420, 420/1, 421-430, 431 tw, 481-485, 485/1, 486, 48611, 487-494, 495 tw, 496-508, 509, 514 tw, 515, 516, 544-548, 550 tw, 551;

·               Naturschutzgebiet »Buch« mit einer Größe von rund 21 ha auf dem Gebiet der Stadt Calw, Gemarkung Holzbronn mit den Grundstücken Flst. Nrn. 959 tw, 960-963, 981-988, 990-1002, 1002/1, 1003-1011, 1046-1066;

·               Naturschutzgebiet »Kapf und Bildstöckle« mit einer Größe von rund 75 ha auf dem Gebiet der Stadt Wildberg, Gemarkung Gültlingen mit den Grundstücken Flst. Nrn. 1349 tw, 1366 tw, 1367-1371, 1373 tw, 1415-1441, 1442 tw, 1443-1466, 1466/1, 1467 tw, 1468-1477, 1477/1, 1478, 1478/1, 1479, 1500 tw, 1514-1519, 1520 tw, 1521-1542, 1543 tw, 1544, 1545, 1572, 1573, 1575-1590, 1591 tw, 1592-1603, 1610-1614, 1676 tw, 1677-1684, 1727, 1731-1743, 174311, 1744-1748, 1766 -1770, 1784 tw.

 

(2) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rd. 1050 ha. Es umfaßt die Gewanne (ganz oder teilweise):

 

a) auf der Gemarkung Wildberg-Gültlingen

Funkental, Unter dem Totenweg, Oberholz, Belzäcker, Teich, Schmalwiesen, Rollerwiesen, Ried, Kalkofen, Gebersackhalde, Hutzenlenteich, Haselstall, Fuchtberg, Bernlauch, Arnfeld, Oberer Wüster Grund, Unterer Wüster Grund, Am Gechinger Weg, Kohlplatte, Calwer Straße, Vorderes Löchle, Hinteres Löchle, Obere Tanne, Lerchenberg, Fronholz, Pfannenstiel, Gissibel, Weiler, Heimen, Lerchenhäule, Biegel, Zargen, Hesenberg, Letten, Angel, Haibe, Hirnschale, Bernlauch, Feldle, Killberg, Forst, Vordere Halde, Hintere Halde, Unterer Haldenberg, Buchen, Unter dem Maustäle, Maustälesgraben, Ob dem Maustäle, Neue Wiesen, Spielgrube, Wolfental, Lange Acker, Grund, Brunnhalde, Gäu- mahden, Eichberg;

b) auf Gemarkung Calw-Holzbronn

Brotäcker, Buch, Schmidsfichten, Bildhaus, Oberer Baiersbach, Benzenlehle, Klingenwiesen, Maierwiesen, Mahdwiesen, Hubacker, Riemenwiesen, Oberhart, Unterhart, Hartäcker, Heidenstelzen, Stangenäcker, Erchingen, Halne, Mietwiesen, Maidelgrund, Grundwiesen, Krumme Zainen, Hinterer Pfaffenbühl, Brühl, Garweiden, Zaun, Tannwald, Zimmerplatz, Vogelherd, Oberholz, Becht, Hohegert, Hohenrain, Pfad, Kreuz, Hinterer Bühl, Finken, Funkental, Ob dem Totenweg, Totenweg.

 

(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie (Naturschutzgebiete) und mit durchgezogener grüner Linie (Landschaftsschutzgebiete) sowie in elf Detailkarten im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, dunkelgrau angeschummerter Linie (Naturschutzgebiete) und in fünf Detailkarten im Maßstab 1:5000 mit durchgezogener hellgrau angeschummerter Linie (Landschaftsschutzgebiete) eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe, beim Landratsamt Calw, der Stadt Calw und der Stadt Wildberg auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 

(4) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 3 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung, Entwicklung und Pflege der mosaikartigen Landschaft des "Nagold-Heckengäus" und "Würm-Heckengäus" als Lebensraum typischer, spezialisierter und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten insbesondere als Standort von Halbtrockenrasen, von steinigen, flachgründigen Ackerflächen mit reicher Ackerwildkrautflora und mit größeren Streuobstwiesenbeständen als Relikten historischer Obstbaumgürtel.

 

§ 4 Verbote in den Naturschutzgebieten

 

(1) In den Naturschutzgebieten sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils gültigen Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzubringen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            die Bodengestalt zu verändern;

4.            fließende oder stehende Gewässer zu schaffen, zu beseitigen, zu verändern sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

5.            Ablagerungen jeder Art und jeden Umfangs vorzunehmen;

6.            Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

11.        Feuer anzumachen oder zu unterhalten;

12.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.        die Wege zu verlassen;

14.        die Wege mit Fahrzeugen aller Art zu befahren;

15.        Sport- und Freizeitobjekte aller Art zu betreiben;

16.        Dauergrünland umzubrechen;

17.        außerhalb von Ackerland Pflanzenbehandlungsmittel zu verwenden;

18.        Gehölze, Hecken und Sträucher zu beseitigen oder zu zerstören (abgängige Bäume können durch entsprechende Neupflanzungen ersetzt werden);

19.        zu reiten;

20.        Hunde frei laufen zu lassen;

21.        Christbaumkulturen, Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen im Naturschutzgebiet

 

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß Fütterungs- und Kirrplätze nur auf Ackerflächen oder im Wald (Ausnahme Naturschutzgebiet Benzenlehle) und Wildäcker nur auf Ackerflächen angelegt werden, Jagdkanzeln und Hoch sitze nur im Wald oder am Waldrand in herkömmlicher Holzbauweise errichtet werden (nicht jedoch innerhalb von Trocken- und Feuchtbiotopen) und nur zwei Treibjagden jährlich stattfinden;

2.            für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Um fang, ausgenommen § 4 Abs. 2 Nr. 3, 4, 5, 9, 11, 16 - 18 und 21 (die Verbrennung von Gehölzschnitt ist zulässig);

3.            für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß die Neubestockung nur mit standortgemäßen heimischen Gehölzen erfolgt (bei Privatwald nach Erwerb der Grundstücke durch das Land oder die Gemeinde);

4.            für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Stra­ßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

5.            Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

6.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Verbote im Landschaftsschutzgebiet

 

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachhaltig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

 

§ 7 Erlaubnisvorbehalt für das Landschaftsschutzgebiet

 

(1) Im Landschaftsschutzgebiet bedürfen Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.            Errichtung von Einfriedigungen (zulässig sind einfache Weidezäune für landwirtschaftlich genutztes Grünland);

3.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder das Verändern der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Ablagerungen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

6.            Anlegen oder Verändern von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.            Anlegen oder Verändern von Stätten für Sport und Spiel;

8.            Anlegen von Modellfluggeländen;

9.            Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

10.        Anlegen, Beseitigen oder Ändern von fließenden oder stehenden Gewässern;

11.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

12.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

13.        Beseitigen von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Bäumen, Hecken, Gebüsch, Feld- und Ufergehölzen (abgängige Bäume können durch entsprechende Neupflanzungen ersetzt werden);

14.        Anlegen von Christbaum- und Schmuckreisigkulturen und von Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen.

 

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 6 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 

(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde ergangen ist.

 

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

 

§ 8 Zulässsige Handlungen im Landschaftsschutzgebiet

 

§ 7 gilt im Landschaftsschutzgebiet nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 und 14;

2.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke;

3.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;

4.            für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze, Gewässer und der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen, ausgenommen Maßnahmen nach § 7 Abs. 2 Nr. 13;

5.            für behördliche angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 9 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt, soweit sie Wald betreffen im Einvernehmen mit der höheren Forstbehörde.

 

§ 10 Befreiung

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG (für die Naturschutzgebiete durch die höhere, für das Landschaftsschutzgebiet durch die untere Naturschutzbehörde) oder nach jagdrechtlichen Bestimmungen Befreiung erteilt werden.

 

§ 11 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, - wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt, - wer im Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 6 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 7 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer im Natur- und Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen den §§ 4 und 6 in Verbindung mit § 5 Nr. 1 und § 8 Nr. 3 dieser Verordnung die Jagd ausübt.

 

§ 12 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 

§ 13 Außerkrafttreten

             

Soweit sie dieser Verordnung widerspricht, tritt die Verordnung des Landratsamtes Calw zum Schutz der Landschaftsteile Gebersack, Lerchenberg, Gründle, Bildstöckle und Großer Egart, Gemarkung Gültlingen vom 27. August 1965 (Calwer Tagblatt vom 16. Dezember 1965) außer Kraft.

 

Karlsruhe, den 22. Januar 1991

Dr. Miltner