3.011 Rümminger Moos

Verordnung über das Naturschutzgebiet Rümminger Moos auf Gemarkung Rümmingen, Landkreis Lörrach (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus u. Unterricht v. 19.01.1939).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Der rund 500 m ostsüdöstlich von Rümmingen in der Gemarkung Rümmingen, Landkreis Lörrach, liegende Auenwald wird mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 12,33 ha und umfasst in der Gemarkung Rümmingen einen Teil des Grundstücks Lagerbuchnummer 2485.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:2000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen diese Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, dem Herrn Badischen Finanz - und Wirtschaftsminister - Forstabteilung - in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Lörrach und dem Bürgermeister in Rümmingen.

§ 3

Im Bereiche des Schutzgebietes ist verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- , und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

c)      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

e)      Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der natürlichen Wasserläufe oder Wasserflächen auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

f)       Bild - oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

§ 4

 (1) Unberührt bleiben

a)      die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

b)      die forstliche Bewirtschaftung und Nutzung in dem bisherigen Umfange,

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften in § 3 von mir genehmigt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den § 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Bad. Ministeriums des Kultus und Unterrichte in Kraft.

Karlsruhe, den 16. Januar 1939

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

 - als höhere Naturschutzbehörde -

In Vertretung

gez. Frank