3.018 Buchswald bei Grenzach

Verordnung über das ”Naturschutzgebiet Buchswald bei Grenzach" In den Gemarkungen Grenzach und Wyhlen, Landkreis Lörrach vom 03.04.1939 (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus u. Unterricht v. 04.05.1939).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. l S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Die nördlich von Grenzach und Wyhlen in den Gemarkungen Grenzach und Wyhlen, Landkreis Lörrach, liegenden Buchswälder werden in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das aus 4 Teilen bestehende Schutzgebiet hat eine Größe von rund 93,63 ha und umfasst

in der Gemarkung Grenzach, Gewann Oberberg, einen Teil des Grundstücks Lagerbuchnummer 2512 und Gewann Unterberg einen Teil des Grundstücks Lagerbuchnummer 2513,

in der Gemarkung Wyhlen, Gewann Tannenboden, einen Teil des Grundstücks Lagerbuchnummer 4250 und Gewann Ziegelhüttehau, einen Teil des Grundstücks Lagerbuchnummer 4366.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und drei Katasterhandzeichnungen 1:5000 und 1:2000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Lörrach und bei den Bürgermeisterämtern in Grenzach und Wyhlen.

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten.

c)      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     eine andere als die nach § 4 Abs. 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

e)      Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

f)       Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

g)      Bild - oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

§ 4

 (1) Unberührt bleiben:

a)      die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

b)      die forstliche Bewirtschaftung und Nutzung, jedoch unter Wahrung des bodenständigen Waldcharakters und unter besonderer Schonung von Buchs, Eibe und Acer Opalus.

(2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

Karlsruhe den 3. April 1939

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

 - als höhere Naturschutzbehörde

Im Auftrag

gez. Gärtner