3.026 Amolterer Heide

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Amolterer Heide" in der Gemarkung Amoltern, Landkreis Emmendingen (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus u. Unterricht v. 16.11.1939).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 15 und 16 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBI. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl, I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

Die unmittelbar nordöstlich von Amoltern im Kaiserstuhl in der Gemarkung Amoltern, Landkreis Emmendingen, liegende Amolterer Heide wird in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 10,5468 ha und umfaßt in der Gemarkung Amoltern

Gewann Eichert die Grundstücke Legerbuchnummer 173 bis 176,

Gewann Scheibenbuck die Grundstücke Legerbuchnummer194 bis 230a u.b

Gewann Wohlfüle die Grundstücke Legerbuchnummer 235 bis 254,

Gewann Gemeindeberg, die Grundstücke Legerbuchnummer 261 bis 283 und

 Gewann Galgenberg, die Grundstücke Lagerbuchnummer. 297 bis 306, 308 bis 310, 312 bis 329 und 332.

(2) Die Grenzen. des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhundzeichnung rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Emmendingen und dem Bürgermeisteramt in Amoltern.

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, abzureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

c)      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     eine andere als die nach § 4 Abs. 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

e)      die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

f)       Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Wiese zu verändern oder zu beschädigen,

g)      Bild - oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

§ 4

 (1) Unberührt bleiben:

a)      die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

b)      die land - und forstwirtschaftliche Nutzung in der der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfange.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft

Karlsruhe, den 20. Oktober 1939

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

 - als höhere Naturschutzbehörde -

gez. Wacker