3.034 Utzenfluh

Verordnung über das "Naturschutzgebiet Utzenfluh" in der Gemarkung Utzenfeld, Landkreis Lörrach (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus u. Unterricht v. 11.01.1941).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) Wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Das unmittelbar nördlich von Utzenfeld sich erhebende felsige Weidegelände "Utzenfluh", Landkreis Lörrach, in der Gemarkung Utzenfeld wird in dem in § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt:

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Grösse von 84 ha und umfasst in der Gemarkung Utzenfeld die Grundstücke Lagerbuch - Nr. 1168 bis 1172, 1177 und 1178 sowie einen Teil des Grundstücks Lagerbuch - Nr. 1175.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:2000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Lörrach und dem Bürgermeister in Utzenfeld.

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebenden Tieren, insbesondere Schmetterlingen nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen oder mitzuführen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmassnahmen gegen Kulturschädlinge oder sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

c)      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     eine andere als die nach § 4 Abs. 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

e)      zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

f)       Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

g)      Bild - und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

§ 4

 (1) Unberührt bleibt:

a)      die rechtmässige Ausübung der Jagd,

b)      die forstliche Nutzung, die aber nur plenterartig unter besonderer Schonung der Weidbuchen erfolgen darf,

c)      die landwirtschaftliche Nutzung im bisherigen Umfange und in der bisherigen Art (vornehmlich Weidgang),

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dies Verordnung von mir genehmigt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den § 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft,

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

Karlsruhe, den 6. Dezember 1940

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

 - als höhere Naturschutzbehörde

Dr. Schmitthenner