3.037 Hohenstoffeln

Verordnung über das Naturschutzgebiet Hohenstoffeln in der Gemarkung Binningen Landkreis Konstanz (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus u. Unterricht v. 05.07.1941).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Der rund 1,5 km von Binningen in der Gemarkung Binningen, Landkreis Konstanz, liegende »Hohenstoffeln« wird in dem in § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 52,5905 ha und umfasst in der Gemarkung Binningen Lagerbuchnummer 1848 bis 1850, 1855, 1856, 1887, 1888 und 1890 bis 1892, sowie Teile der Grundstücke Lagerbuchnummer 1851, 1857a, 1860 1893 und 1894.

 (2) Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:2000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, bei der unteren Naturschutzbehörde in Konstanz und dem Bürgermeister in Binningen.

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven oder Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

c)      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     eine andere als die nach § 4 Abs. 1 zugelassene Nutzung auszuüben,

e)      die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

f)       Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

g)      Bild - und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

§ 4

 (1) Unberührt bleiben:

a)      die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

b)      die landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Wiesen und Äcker in dem bisherigen Umfang,

c)      die forstliche Bewirtschaftung und Nutzung unter Wahrung des bodenständigen Laubmischwaldcharakters und unter Vermeidung größerer Kahlhiebe,

d)     die Anpflanzung der Schutthalden mit Laubholzarten unter Aufsicht der höheren Naturschutzbehörde,

e)      die Herstellung eines Wanderweges im Benehmen mit der höheren Naturschutzbehörde.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft,

Karlsruhe, den 9. Juni 1941.

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

 - als Höhere Naturschutzbehörde -

gez. Schmitthenner