3.039 Stehlwiesen

Verordnung über das "Naturschutzgebiet Stehlwiesen" in der Gemarkung Gaienhofen, Landkreis Konstanz (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus u. Unterricht v. 26.07.1941).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBI. I. S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Die unmittelbar südöstlich von Gaienhofen in der Gemarkung Gaienhofen, Landkreis Konstanz, am Untersee (Bodensee) liegende Stehlwiesen werden in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 9,5 h und umfasst in der Gemarkung Gaienhofen die Grundstücke Lagerbuchnummer 302a, 302b, 303a, 303b, 304 - 313 sowie Teile der Grundstücke Lagerbuchnummer 134 und 296.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:1500 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Konstanz und dem Bürgermeister in Gaienhofen.

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

c)      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     eine andere als die nach § 4 Abs. 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

e)      die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen, oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

f)       Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der Wasserläufe oder Wasserflächen auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

g)      Bild - und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

§ 4

 (1) Unberührt bleibt:

a)      die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

b)      die landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Kulturart und im bisherigen Umfang jedoch mit der Maßgabe, dass die als Streuwiesen genutzten Grundstücke nur in der Zeit zwischen dem 15. September und 15 März gemäht werden dürfen,

c)      der Badebetrieb innerhalb der festgelegten Grenzen.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung, von mir genehmigt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

Karlsruhe, den 2. Juli 1941

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

 - als höhere Naturschutzbehörde -

gez. Schmitthenner