3.040 Schoren

Verordnung über das "Naturschutzgebiet Schoren" in der Gemarkung Neuhausen Landkreis Konstanz (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus u. Unterricht v. 12.02.1942).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBI. I. S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Der rund 1 km südöstlich von Engen im Hegau in der Gemarkung Neuhausen, Landkreis Konstanz liegende Schoren wird in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntmachung dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von rund 63,5 ha und umfasst in der Gemarkung Neuhausen die Grundstücke Lagerbuchnummer 105 bis 111, 126, 270, 271, 272a, 272b, 273, 319, 321, 322, 740, 745d, 747 bis 749, 876, 908 und 1079 bis 1081 sowie Teile der Grund­stücke Lagerbuchnummer 127, 163, 198, 312, 314, 318, 320 , 741, 746, 758 und 759.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:1500 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Konstanz und dem Bürgermeister in Neuhausen.

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

c)      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     eine andere als die nach § 4 Abs. 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

e)      die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen, oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

f)       Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der Wasserläufe oder Wasserflächen auf andere Weis zu verändern oder zu beschädigen,

g)      Bild - und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen,

h)      die Hecken zu entfernen.

§ 4

(1)   Unberührt bleibt:

a)      die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

b)      die landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Kulturart und im bisherigen Umfang jedoch mit der Maßgabe, dass die als Streuwiesen genutzten Grundstücke nur in der Zeit zwischen dem 15. September und 15 März gemäht werden dürfen,

c)      der Badebetrieb innerhalb der festgelegten Grenzen.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung, von mir genehmigt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

Karlsruhe, den 31. Januar 1942

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

 - als höhere Naturschutzbehörde -

gez. Schmitthenner