3.045 Tiefenhäuser Moos

Anordnung über das Naturschutzgebiet ”Tiefenhäuser Moos” in der Gemarkung Tiefenhäusern, Landkreis Waldshut vom 16. August 1951 (Bad. Gesetz - und Verordnungsbl. v. 25.08.1951).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 3 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29. September 1935 (RGBl. I S. 1191), vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) und vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16. September 1938 (RGBl. I S. 1184) wird mit Zustimmung des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts als oberster Naturschutzbehörde folgendes angeordnet:

§ 1

Das rund 1200 m nördlich von Tiefenhäusern an der Strasse Tiefenhäusern - Höchenschwand in der Gemarkung Tiefenhäusern, Landkreis Waldshut, liegende ”Moos” wird in dem in § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfang mit dem Tag der Bekanntgabe dieser Anordnung in das Naturschutzbuch des Landes Baden eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 4,7007 ha und umfasst im Gewann ”Moos” der Gemarkung Tiefenhäusern die Grundstücke Lagerbuchnummer 1071 bis 1096.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterzeichnung 1:1500 rot eingetragen, die bei dem Badischen Ministerium des Kultus und Unterrichts als oberster Naturschutzbehörde in Freiburg niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich beim Badischen Landeskulturamt als höherer Naturschutzbehörde in Freiburg, beim Badischen Landesbeauftragten in Freiburg, dem Landratsamt als unterer Naturschutzbehörde in Waldshut und dem Bürgermeisteramt in Tiefenhäusern.

§ 3

Im Bereich des Schutzgebiets ist verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und lästige oder blutsaugende Insekten,

c)      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     eine andere als die nach § 4 Abs. 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

e)      Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen, oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

f)       Bauten zu errichten, Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt, Müll oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen oder Drahtleitungen über das Gebiet zu führen,

g)      Werbe - oder Propagandaeinrichtungen anzubringen.

§ 4

 (1) Unberührt bleiben

die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

das Mähen der Flachmoorwiesen in der bisherigen Weise und im bisherigen Umfang.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Anordnung von der höheren Naturschutzbehörde im Benehmen mit dem Badischen Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege bewilligt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Anordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Badischen Gesetz - und Verordnungsblatt in Kraft.

Freiburg i. Br., den 16. August 1951.

Badisches Landeskulturamt

Als höhere Naturschutzbehörde

Gez. Dr. Nunier

3.046 Schneeglöckchenstandort auf Gemarkung Buch,