3.049 Büchsenberg

Anordnung des Landeskulturamts Freiburg über das Naturschutzgebiet "Büchsenberg" im Kaiserstuhl, Gemarkung Oberrotweil, Landkreis Freiburg i. Br. vom 8. Juli 1955 (GBl. v. 11.08.1955, S. 122).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBI. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29. September 1935 (RGBI. I S. 1191), vorn 1. Dezember 1936 (RGBI. I S. 1001) und vom 20. Januar 1938 (RGBI. I S. 36), § 7 Abs. 1 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBI. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16. September 1938 (RGBI. I S. 1184) sowie der §§ 14 und 20 des Bad. Landesgesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 3. Oktober 1951 (Bad. GVBI. S. 159) wird mit Zustimmung des Kultusministeriums Baden - Württemberg als oberster Naturschutzbehörde folgendes angeordnet:

§ 1

Der Büchsenberg, Gemarkung Oberrotweil, Landkreis Freiburg i. Br., wird in dem in § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfang mit dem Tag der Bekanntgabe dieser Anordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von etwa 11,85 ha und umfaßt das Grundstück Lgb.Nr. 6834/1 sowie Teile des Grundstücks Lgb.Nr. 6834 der Gemarkung Oberrotweil am Kaiserstuhl.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1 : 25 000 und eine Karte 1 : 5 000 rot eingetragen. Die Kartenunterlagen sind bei dem Landeskulturamt als höhere Naturschutzbehörde in Freiburg i. Br. niedergelegt. Weitere Ausfertigungen befinden sich beim Beauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungsbezirk Südbaden in Freiburg i. Br., beim Landratsamt als untere Naturschutzbehörde in Freiburg i. Br. und beim Bürgermeisteramt Oberrotweil.

§ 3

Im Bereich des Naturschutzgebietes ist verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätte solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge oder lästige blutsaugende Insekten,

c)      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     eine andere als die bisherige wirtschaftliche Nutzung auszuüben, insbesondere waldbauliche Änderungen vorzunehmen,

e)      Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gebiet auf andere Weise zu beeinträchtigen,

f)       Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen,

g)      Bild - oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen,

h)      Bauwerke jeder Art, Wege, Eisenbahnen, Hochspannungs- oder Telegraphenleitungen zu errichten oder wesentlich zu verändern.

§ 4

Unberührt bleibt die rechtmäßige Ausübung der Jagd.

§ 5

In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften des § 3 von der höheren Naturschutzbehörde bewilligt werden.

§ 6

Wer den Bestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 7

Diese Anordnung tritt mit dem Tag ihrer Bekanntgabe im Gesetzblatt für Baden - Württemberg in Kraft.

Freiburg i. Br., den 8. Juli 1955

Landeskulturamt als höhere Naturschutzbehörde

Dr. Asal