3.051 Sauscholle

Anordnung des Regierungspräsidiums Südbaden über das Naturschutzgebiet »Sauscholle«, Gemarkung Ichenheim, Landkreis Lahr vom 15. Juni 1956 (GBl. v. 31.07.1956, S. 109).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBI. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29. September 1935 (RGBI. I S. 1191), vom 1. Dezember 1936 (RGBI. I S. 1001) und vom 20. Januar 1938 (RGBI. I S. 36) sowie der §§ 14 und 20 des Badischen Landesgesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 3. Oktober 1951 (GVBI. S. 159) wird mit Zustimmung des Kultusministeriums folgendes angeordnet:

§ 1

Die "Sauscholle", Gemarkung Ichenheim, Landkreis Lahr, wird in dem in § 2 näher bezeichneten Umfang in das Naturschutzbuch eingetragen und mit dem Tag der Bekanntgabe dieser Anordnung unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von etwa 57,60 ha und umfaßt Teile der Grundstücke Lgb.Nr. 1821, 1822, 1824, 1864 und 1870 der Gemarkung Ichenheim, welche sämtlich im Gemeindeeigentum stehen.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Karte 1:1500 rot eingetragen. Die Kartenunterlagen sind bei dem Regierungspräsidium Südbaden in Freiburg niedergelegt. Ausfertigungen befinden sich beim Kultusministerium Baden - Württemberg in Stuttgart, beim Landratsamt in Lahr und beim Bürgermeisteramt Ichenheim.

§ 3

 (1) Im Bereich des Naturschutzgebietes ist es verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge oder sonstige lästige, blutsaugende Insekten,

c)      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen, oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

e)      Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen, oder die Wasserflächen auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

f)       Bild - und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen,

g)      Bauwerke jeder Art, Straßen, Wege, Eisenbahnen, Hoch - und Niederspannungs- sowie Telegraphenleitungen zu errichten oder wesentlich zu verändern.

 (2) Unberührt bleibt die rechtmäßige Ausübung der Jagd sowie die forstliche und die landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang.

§ 4

In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften des § 3 vom Regierungspräsidium Südbaden in Freiburg bewilligt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Anordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe in Kraft.

Freiburg i. Br., den 15. Juni 1956

Regierungspräsidium Südbaden

Dr. Waeldin