3.053 Langwald

Anordnung des Regierungspräsidiums Südbaden über das Naturschutzgebiet »Langwald«, Gemarkung Niederschopfheim, Landkreis Offenburg vom 9. Mai 1957 (GBl. v. 05.06.1957, S. 65).

Auf Grund der §§ 4,12 Abs. 2,15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBI. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29. September 1935 (RGBI. I S. 1191), vom 1. Dezember 1936 (RGBI. I S. 1001) und vom 20. Januar 1938 (RGBI. I S. 36), sowie der §§ 14 und 20 des Badischen Landesgesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 3. Oktober 1951 (GVBI. S. 159) wird mit Zustimmung des Kultusministeriums folgendes angeordnet:

§ 1

Der Langwald, Gemarkung Niederschopfheim, Landkreis Offenburg, wird vom Regierungspräsidium Südbaden in dem sich aus § 2 ergebenden Umfang mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Anordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet umfaßt das Grundstück Lagerbuch Nr. 1971 der Gemarkung Niederschopfheim mit einer Fläche von 34,3789 ha.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in Karten im Maßstab 1:25000 und im Maßstab 1:5000 rot eingetragen. Die Karten sind beim Regierungspräsidium Südbaden in Freiburg niedergelegt. Ausfertigungen der Karten befinden sich beim Kultusministerium in Stuttgart, beim Landratsamt Offenburg und beim Bürgermeisteramt Niederschopfheim.

§ 3

Im Schutzgebiet ist es verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge oder sonstige lästige, blutsaugende Insekten,

c)      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen, oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

e)      Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen, oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

f)       Bild - und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen,

g)      Bauwerke jeder Art, Straßen, Wege, Eisenbahnen, Hoch - Niederspannungs- und Telegraphenleitungen zu errichten oder wesentlich zu verändern.

§ 4

Unberührt bleibt die forstliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang. Die rechtmäßige Ausübung der Jagd bleibt gestattet mit Ausnahme derjenigen auf den Fischreiher, welcher mit seinen Horsten im Naturschutzgebiet völlige Schonung genießt.

§ 5

Ausnahme von den Verboten des § 3 können vom Regierungspräsidium in besonderen Fällen auf Antrag bewilligt werden.

§ 6

Zuwiderhandlungen gegen die Verbote des § 3 werden nach § 21 des Reichsnaturschutzgesetzes in Verbindung mit § 15 der Durchführungsverordnung hierzu bestraft. Neben der Strafe kann auf Einziehung der beweglichen Gegenstände, die durch die Tat erlangt sind, erkannt werden (§ 22 des Reichsnaturschutzgesetzes in Verbindung mit § 16 der Durchführungsverordnung hierzu).

§ 7

Diese Anordnung tritt mit dein Tage ihrer Verkündung in Kraft.

Freiburg i. Brsg., den 9. Mai 1957

Dr. Waeldin