3.056 Blindensee

Verordnung des Regierungspräsidiums Südbaden über das Naturschutzgebiet "Blindensee" auf Gemarkung Schönwald, Landkreis Villingen vom 2. März 1960 (GBl. v. 29.04.1960, S. 120).

Auf Grund der §§ 4, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBI. I S. 821) i.d.F. des bad.-württ. Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (Ges.Bl. S. 53) sowie auf Grund von § 10 dieses Ergänzungs- und Änderungsgesetzes in Verbindung mit § 7 Abs. 1 und 5 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 31. Oktober 1935 (RGBl I S. 1275) i.d. F. der Verordnung des bad.-württ. Kultusministeriums vom 19. März 1956 (Ges.Bl. S. 77) wird mit Zustimmung des Kultusministeriums Baden - Württemberg folgendes verordnet:

§ 1

Die in § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Grundstücke im Bereich des Blindenseemoores auf Gemarkung Schönwald, Landkreis Villingen, werden mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und als Naturschutzgebiet unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von etwa 28,072 ha und umfaßt das Grundstück Lgb. - Nr. 367 sowie Teile des Grundstücks Lgb. - Nr. 363.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und in eine Karte 1:5000 rot eingetragen. Die Karten sind beim Regierungspräsidium Südbaden in Freiburg niedergelegt. Weitere Ausfertigungen befinden sich beim Kultusministerium Baden - Württemberg in Stuttgart, bei der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege in Freiburg, beim Landratsamt Villingen und beim Bürgermeisteramt Schönwald.

§ 3

 (1) Im Schutzgebiet dürfen, unbeschadet der in § 4 genannten Ausnahmen, keine Veränderungen vorgenommen werden.

 (2) Insbesondere ist verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge oder sonstige lästige oder blutsaugende Insekten,

c)      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     zu zelten, zu lagern oder Campingplätze anzulegen,

e)      Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

f)       Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt - einschließlich der natürlichen Wasserflächen - auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

g)      das Gebiet zu entwässern oder Schmutz - und Abwässer einzuleiten,

h)      Bild - und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen,

i)        Bauwerke jeder Art, Straßen, Wege, Eisenbahnen, Hoch - und Niederspannungs- sowie Telegraphenleitungen zu errichten.

§ 4

Unberührt bleiben die Ausübung der Jagd sowie die forstwirtschaftliche Nutzung auf Grundstück Lgb. - Nr. 363 südlich des Moors in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang.

§ 5

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Ausnahmen von den Verboten des § 3 zugelassen werden.

§ 6

Wer den Schutzbestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach § 21 des Reichsnaturschutzgesetzes in Verbindung mit § 15 der Durchführungsverordnung hierzu bestraft oder nach § 13 des bad.-württ. Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes mit Geldbuße belegt. Neben der Strafe kann auf Einziehung der beweglichen Gegenstände, die durch die Tat erlangt sind, erkannt werden, sofern sie dem Täter oder einem Teilnehmer gehören (§ 22 des Reichsnaturschutzgesetzes in Verbindung mit § 16 der Durchführungsverordnung hierzu).

§ 7

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Gesetzblatt für Baden - Württemberg in Kraft.

Freiburg i. Br., den 2. März 1960

Dichtel