3.081 Hintelestal

Verordnung über das ”Naturschutzgebiet (Pflanzenschongebiet) Hintelestal” in den Markungen Fridingen, Mühlheim und Kolbingen, Kreis Tuttlingen (Regierungs- Anzeiger für Württemberg v. 9. Oktober 1937).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Das südöstlich von Kolbingen in den Markungen Fridingen, Mühlheim und Kolbingen, Kreis Tuttlingen, liegende ”Hintelestal” wird mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Fläche von etwa 50 ha und umfaßt

·         in der Markung Fridingen einen Teil der Parz. Nr. 3869,

·         in der Markung Mühlheim einen Teil der Parz. Nr. 1026,

·         in der Markung Kolbingen die Parz. Nr. 4170, 4545 bis 4623 und einen Teil der Parzelle 4838.

 (2) Die genauen Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde niedergelegt ist. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz, bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart, der unteren Naturschutzbehörde in Tuttlingen und bei den Bürgermeistern in Fridingen, Mühlheim und Kolbingen.

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

a)      Pflanzen einzubringen, zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      die Wege zu verlassen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen.

§ 4

 (1) Unberührt bleiben:

a)      die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

b)      die forstliche Bewirtschaftung, jedoch dürfen keinerlei Maßnahmen getroffen werden, die den Bestand des Großen Schneeglöckchens gefährden.

(2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften im § 3 von mir genehmigt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen des § 3 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im ”Regierungs- Anzeiger für Württemberg” in Kraft; sie wird auch im ”Regierungsblatt für Württemberg” und im ”Amtsblatt des Kreises Tuttlingen” veröffentlicht.

Stuttgart, den 1. Oktober 1937

Der Württ. Kultminister als höhere Naturschutzbehörde

Mergenthaler

Änderung

Durch VO vom 20.12.1989 (NSG 3.171 ”Buchhalde - Oberes Donautal”) Fläche auf 19,5 ha verkleinert.