3.084 Dürbheimer Moos

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Dürbheimer Moos« vom 19. September 1994 (GBl. v. 09.11.1994, S. 584).

Auf Grund von §§ 21, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), zuletzt geändert durch Gesetz vorn 7. Februar 1994 (GBI. S. 73) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Dürbheim und auf dem Gebiet der Gemeinde Balgheim, Landkreis Tuttlingen, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.

Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Dürbheimer Moos«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 64,5 ha und besteht aus einem westlich der Ortslage von Dürbheim gelegenen Moor - und Feuchtwiesenbereich mit offenen Wasserflächen.

Es umfaßt nach dem Stand vom 3. April 1992

·               auf dem Gebiet der Gemeinde Dürbheim, Gemarkung Dürbheim, die Grundstücke Flst. Nrn. 1149, 1149/1, 1150 (teilweise), 1151, 1151/1, 1151/2, 1151/3, 1152 - 1156, 1158 - 1160, 1188 (teilweise), 1203 - 1206, 1208 - 1211, 1213 - 1215, 1217 - 1228, 1230 - 1232, 1234 - 1250, 1251 (teilweise), 1252/3, 1253/1, 1253/2, 1254 - 1259, 1261 - 1271, 1273 - 1275, 1277 - 1280, 1282, 1283, 1285 - 1295, 1297 - 1302, 1304 - 1308, 1310, 1312 - 1317, 1319 - 1324, 1326 - 1329, 1331, 1333 - 1340, 1340/1, 1341 - 1344, 1346, 1348 - 1357, 1359 - 1361, 1363 - 1369, 1371, 1373 - 1375, 1377, 1379 - 1382, 1384, 1386, 1388 - 1393, 1395, 1397, 1399 - 1415, 1417, 1418, 1420 - 1424, 1426 - 1431, 1433, 1435, 1436, 1438, 1439, 1441, 1443, 1445 - 1453, 1455 - 1459, 1461 - 1468, 1470, 1473 - 1478, 1481 - 1482, 1639 (teilweise), 1812 (teilweise), 1948/2, 1948/4, 1949 - 1951, 1966/1, 1966/2, 1966/3, 1966/4, 1966/5, 1966/6, 1966/7, 1966/8, 1966/9, 1966/10, 1966/11, 1967 - 1968, 1968/1, 1968/2, 1969 - 1972, 1973/1, 1973/2, 1973/3, 1974 - 1976, 1978, 2040/1 (teilweise).

·               Auf dem Gebiet der Gemeinde Balgheim, Gemarkung Balgheim, umfaßt das Naturschutzgebiet nach dem Stand vom 3. April 1992 die Grundstücke Flst. Nrn. 1416 - 1419, 1420 (teilweise), 1469, 1470, 1472 - 1479, 1481, 1483 (teilweise), 1485 (teilweise), 1486 (teilweise), 1487 (teilweise).

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1:2500, jeweils mit Stand vom 3. April 1992, rot eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg i. Br. und beim Landratsamt Tuttlingen in Tuttlingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 (3) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des abgetorften ehemaligen Hochmoores und der ausgedehnten Feuchtwiesen.

Die offenen Wasserflächen mit Schlamminseln, Schwingrasen und Seggenbulten, die Schilfröhrichte, Seggenriede, Kohl­distelwiesen und Feuchtbrachen stellen für zahlreiche seltene Vogel - , Libellen - und Schmetterlingsarten einen wertvollen Überlebensraum dar.

§ 4 Verbote

 (1) Im Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

1.           Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

2.           die Bodengestalt zu verändern;

3.           Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

4.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

5.           Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

6.           Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

7.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.           die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

9.           zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

10.       außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen;

11.       ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

12.       das Starten und Landen von Luftfahrzeugen einschließlich Luftsportgeräten sowie der Aufstieg von Flugmodellen;

13.       das Schutzgebiet außerhalb den befestigten Wegen zu betreten;

14.       zu tauchen, zu baden oder die Wasseroberfläche mit Wasserfahrzeugen aller Art einschließlich Surfbrettern und Luftmatratzen zu befahren;

15.       im Uferbereich und in Röhrichtbeständen Pfade anzulegen oder solche zu betreten;

16.       organisierte Wanderungen oder andere Veranstaltungen mit mehr als 20 Teilnehmern durchzuführen,

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß keine Fütterungsstellen eingerichtet und keine neuen Hochsitze errichtet werden;

2.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Fischerei am Faulenbach in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß nur vom Westufer des Faulenbachs aus gefischt werden darf;

3.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Landwirtschaft in der bisherigen Art, in der bisherigen Intensität und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß mit Ausnahme der Grundstücke Flst. Nrn. 1152, 1209, 1420, 1421, 1422, 1458, 1473 und 1482 auf Gemarkung Dürbheim nur Grünlandnutzung ohne Umbruch zulässig ist und kein Flüssigmist ausgebracht werden darf;

4.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Forstwirtschaft auf Flst. Nr. 1310 in der bisherigen Art, in der bisherigen Intensität und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß der Fichtenwald in einen laubholzreichen, standortgerechten Bestand überführt wird;

5.           für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

6.           für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

7.           für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 8 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg - Hohenzollern über das Naturschutzgebiet »Dürbheimer Moos« vom 31.Mai 1955 (GBI. S. 121) außer Kraft.

FREIBURG I. BR., den 19. September 1994

DR. SCHROEDER