3.085 Albeck

Verordnung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg - Hohenzollern als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Albeck« auf Gemarkung Sulz, Landkreis Horb vom 2. August 1971 (GBl. v. 30.11.1971, S. 478).

Auf Grund der §§ 4, 15 Abs. 1 und 2 sowie 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBI. I S. 821) und des § 10 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (Ges.Bl. S. 53), beide zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf - und Bußgeldvorschriften des Landes Baden - Württemberg vom 6. April 1970 (Ges.Bl. S. 111), wird mit Zustimmung des Kultusministeriums Baden - Württemberg folgendes verordnet:

§ 1

Das in § 2 näher bezeichnete Gebiet »Albeck« auf Gemarkung Sulz, Landkreis Horb, wird mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und als Naturschutzgebiet unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet besteht aus den Flurstücken Nr. 5775, 5776 und 5777 der Gemarkung Sulz sowie den FW 398 und 399 im Bereich dieser Flurstücke. Es hat eine Größe von 11,6020 ha.

 (2) Seine Grenzen sind in eine Flurkarte i.M. 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte i.M. 1:25000, rot eingetragen. Diese Karte ist beim Regierungspräsidium Südwürttemberg - Hohenzollern in Tübingen niedergelegt. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich beim Kultusministerium Baden - Württemberg in Stuttgart, bei der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege in Tübingen, beim Landratsamt in Horb und beim Bürgermeisteramt in Sulz. Sie können beim Regierungspräsidium, beim Landratsamt und beim Bürgermeisteramt eingesehen werden.

§ 3

 (1) Im Schutzgebiet dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden.

 (2) Insbesondere ist verboten:

a)      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)      freilebende Tiere zu fangen oder zu töten, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet berechtigter Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge oder lästige Insekten,

c)      Aufforstungen vorzunehmen oder sonstige Pflanzen oder Tiere einzubringen,

d)     Wohnwagen, Zelte, Fährzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen, Lager - oder Parkplätze anzulegen, Schutt, Müll oder Unrat abzulagern, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

e)      Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

f)       Bauwerke jeder Art zu errichten, Straßen oder Wege anzulegen, Drahtleitungen zu verlegen oder bestehende Anlagen dieser Art zu verändern,

g)      Stützmauern, Zäune oder andere Einfriedigungen zu errichten,

h)      den Charakter des Gebiets in sonstiger Weise zu verändern; hierunter fällt auch das Einbringen von Dung und Chemikalien,

i)        Bild - oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht ausschließlich auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

§ 4

Zum Schutz und zur. Erhaltung des Schutzgebiets ist weiter verboten:

1.           freilebenden Tieren nachzustellen oder sie mutwillig zu beunruhigen,

1.           Feuer anzuzünden.

§ 5

 (1) Unberührt bleibt die jagdliche Nutzung im bisherigen Umfang.

 (2) Das Beweiden durch Schafe ist nur mit Zustimmung, die Vornahme von Pflegearbeiten einschließlich Mähen und Entfernen von Gehölzen nur auf Anordnung der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege in Tübingen zulässig.

§ 6

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Südwürttemberg - Hohenzollern Ausnahmen von den Vorschriften der §§ 3 und 4 genehmigt werden.

§ 7

 (1) Wer in dem Schutzgebiet entgegen § 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vorsätzlich Veränderungen vornimmt, wird nach § 21 Nr. 1 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft.

 (2) Wer in dem Schutzgebiet

1.           entgegen § 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes fahrlässig Veränderungen vornimmt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes,

2.           vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen des § 4 zuwiderhandelt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 2 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

§ 8

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Gesetzblatt für Baden - Württemberg in Kraft.

Insoweit wird das Landratsamt Horb anschließend die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet »Schafweide bei der Ruine Albeck« vom 9. Juli 1959 aufheben.

TÜBINGEN, den 2. August 1971

BIRN