3.091 Bannwald Faulbach

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Bannwald Faulbach« auf der Gemarkung Oberried, Ortsteil St. Wilhelm, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald vom 11. Dezember 1975 (GBl. v. 06.02.1976, S. 86).

Auf Grund der §§ 4,15 Abs. 1 und 2 sowie § 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBI. 1 S. 821), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6. April 1970 (Ges.Bl. S. 111) und des § 10 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (Ges.Bl. S. 53), zuletzt geändert durch das Zweite Gesetz über die Änderung von Zuständigkeiten der Ministerien vom 25. Juli 1972 (Ges.Bl. S. 400), wird mit Zustimmung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt folgendes verordnet:

§ 1

Der in § 2 näher bezeichnete Grundstücksteil auf der Gemarkung Oberried, Ortsteil St. Wilhelm, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ist Bannwald. Er wird mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch des Regierungspräsidiums Freiburg eingetragen und als Naturschutzgebiet »Bannwald Faulbach« unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von ca. 20 ha und besteht aus einem Teil des Grundstücks Flst.Nr. 184 der Gemarkung Oberried, Ortsteil St. Wilhelm.

(2) Das Schutzgebiet hat etwa die Form eines Fünfecks, dessen südwestliche Spitze etwa 60 m nördlich der Abzweigung der Straße nach St. Wilhelm von der Straße Oberried-Notschrei an der Brugga liegt (Grenzstein Nr. 3). Seine Grenzen verlaufen wie folgt:

·                Im Westen: Vom Grenzstein Nr. 3 in nördlicher Richtung längs des Ostufers der Brugga bis zur Grenze zwischen Hochwald und Fichtendickung, etwa 300 m.

·                Im Norden: Vom Ufer der Brugga in Fallrichtung hangaufwärts in genau östlicher Richtung entlang der deutlich erkennbaren Grenze zwischen Hochwald und Fichtendickung bis Grenzstein Nr. 121 auf der Kuppe des Hanges, etwa 600 m.

·                Im Nordosten: Von dort leicht hangabwärts in südöstlicher Richtung über etwa 100 m zum Grenzstein Nr. 120.

·                Im Osten: Von Grenzstein Nr. 120 in Fallinie hangabwärts, bei Höhenlinie 870 an den Faulbach, diesem entlang abwärts bis zum Waldrand bei Grenzstein Nr. 12.

·                Im Süden: Von Grenzstein Nr. 12 in westlicher Richtung entlang dem Waldrand über die Grenzsteine Nrn. 11-8 an der Straße nach St. Wilhelm, von dort hangaufwärts und ein etwa 80 m X 80 m großes Wiesengrundstück aussparend über die Grenzsteine Nrn. 7 bis 4 zum Ausgangspunkt Grenzstein Nr. 3.

(3) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Karte im Maßstab 1:10000 rot eingetragen, die beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg i. Br. aufbewahrt wird. Ausfertigungen der Karte befinden sich beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald als untere Naturschutzbehörde in Freiburg i. Br. und beim Bürgermeisteramt der Gemeinde Oberried. Die Karten können während der Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3

(1) Im Schutzgebiet dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen, andere Anlagen oder Einrichtungen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung, auch wenn sie keiner baurechtlichen Entscheidung bedürfen, zu errichten, wobei der Errichtung das Herstellen, Aufstellen, Anbringen, Einbauen, Ändern und die Nutzungsänderung gleichstehen;

2.           Straßen, Wege, mit Ausnahme von Fußpfaden, oder Plätze anzulegen, Drahtleitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.           Bodenbestandteile einzubringen oder abzubauen, Sprengungen, Grabungen oder Bohrungen vorzunehmen, Schutt, Müll oder Unrat abzulagern oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

4.           zu zelten, zu lagern, Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu verändern;

5.           Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

6.           Bild- oder Schrifttafeln anzubringen;

7.           forstliche Bewirtschaftungsmaßnahmen durchzuführen, insbesondere den Waldbestand zu nutzen, anfallendes Holz zu entnehmen, Aufforstungen, Ausstockungen, Pflanzungen vorzunehmen, Saat auszubringen, Düngemittel und Herbizide anzuwenden, Pflanzen oder Tiere einzubringen;

8.           Pflanzen oder Pflanzenteile zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.           wildlebende Tiere zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen sowie zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen.

§ 4

Zum Schutz und zur Erhaltung des Schutzgebiets ist weiter verboten:

1.           wildlebenden Tieren nachzustellen oder sie mutwillig zu beunruhigen;

1.           die Wege zu verlassen;

2.           Feuer anzumachen.

§ 5

Unberührt bleiben:

1.           die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und der Fischerei;

2.           Bild- oder Schrifttafeln, die ausschließlich auf den Schutz oder die Zweckbestimmung des Gebiets hinweisen;

3.           Maßnahmen, die zur Abwendung einer akuten Gefahr für den Bannwald selbst oder angrenzende Waldgebiete erforderlich sind, insbesondere durch Befall von Schädlingen, Sturmwürfen, Waldbränden u. ä.

§ 6

In besonderen Fällen kann das Regierungspräsidium Ausnahmen genehmigen, wenn

1.           die Durchführung der Bestimmungen im Einzelfall zu einer offenbar nicht beabsichtigten Härte führen würde und die Abweichung mit den öffentlichen Belangen vereinbar ist oder

2.           Gründe des allgemeinen Wohls die Genehmigung er fordern.

§ 7

 (1) Wer in dem Schutzgebiet entgegen § 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vorsätzlich Veränderungen vornimmt, wird nach § 21 Nr. 1 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft.

 (2) Wer in dem Schutzgebiet

1.           entgegen § 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes fahrlässig Veränderungen vornimmt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes,

2.           vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen des § 4 zuwiderhandelt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 2 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes,

und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

§ 8

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

FREIBURG I. BR., den 11. Dezember 1975

DR. PERSON