3.097 Kastelberg

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über des Naturschutzgebiet »Kastelberg« vom 14. Februar 1977 (GBl. v. 11.04.1977, S. 79).

Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 Ges.Bl. S. 654) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Ballrechten - Dottingen, Landkreis Breisgau - Hochschwarzwald, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Kastelberg«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 10 ha. Es umfaßt folgende Grundstücke der Gemarkung Ballrechten - Dottingen, Ortsteil Dottingen:

·               Flurstück Nr. 1587/1, 1588 - 1600, 1600/1, 1601 - 1605, 1605/1, 1606~l617, 1619, 1633/1, 1634/1, 1635/1, 1636/1, 1638/1, 1639/1, 1640/1, 1641/1, 1642/1, 1643/1, 1643/2, 1644, 1645/1 (teilweise), 1646/27, 1661/2, 1686/1, 1687, 1689 - 1693, 1770.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1:25000 und in einer Karte im Maßstab 1:2500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde in Freiburg. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des Kastelbergs

1.           als erdgeschichtlich bedeutsame, markante Erhebung der Schwarzwaldvorbergzone;

1.           als Standort seltener Gehölz - und Halbtrockenrasengesellschaften sowie ausgedehnter Gebüschflächen, die zahlreichen Vogel - und Insektenarten Lebensraum bieten.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung oder Veränderung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushalts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können.

Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.           Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.           die Bodengestalt zu verändern;

4.           Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

5.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.           Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.           Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.           die Grundstücksnutzung zu ändern oder zu intensivieren;

10.       zu düngen;

11.       chemische Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen oder Pflanzenkrankheiten auszubringen;

12.       zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

13.       Feuer anzumachen;

14.       ohne zwingenden Grund Lärm oder sonstige störende Immissionen zu verursachen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.           für die ordnungsgemäße land - und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß im Schutzgebiet
a) kein Dünger und keine chemischen Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen und Pflanzenkrankheiten ausgebracht werden dürfen;
b) keine Maßnahmen durchgeführt werden dürfen, die zu einer Veränderung der Baumartenzusammensetzung, insbesondere zu einer Verminderung des Flaumeichenbestandes, führen oder führen können;

3.           für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

4.           für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.           für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

6.           für notwendige Handlungen in Ausübung einer amtlichen oder ehrenamtlichen
Überwachungstätigkeit.

§ 6 Schutz - und Pflegemaßnahmen

Zum Schutz, zur Erhaltung und zur Pflege des Naturschutzgebiets ist es insbesondere erforderlich, die Wiesen mindestens alle drei Jahre, höchstens jedoch einmal im Jahr, jeweils im Spätsommer oder Herbst zu mähen und das Mähgut aus dem Schutzgebiet zu entfernen.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann die höhere Naturschutzbehörde nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlung vornimmt.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

FREIBURG I. BR., den 14. Februar 1977

DR. PERSON