3.099 Graues Ried

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Graues Ried« vom 24. April 1978 (GBl. v.31.05.1978, S. 273).

Auf Grund der §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 sowie 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes vom 21. Oktober 1975 (GBI. S.654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBI. S. 99), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinden Moos und Gaienhofen, Landkreis Konstanz, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Graues Ried«.

§ 1 Schutzgegenstand

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von ca. 12,4 ha. Es umfaßt:

1.           auf dem Gebiet der Gemeinde Moos, Ortsteil Weiler, die Grundstücke Flurstück - Nrn. 1100 (teilweise), 1101 (teilweise), 1102, 1103, 1105 - 1110 und 1211 (teilweise);

1.           auf dem Gebiet der Gemeinde Gaienhofen, Ortsteil Gaienhofen, die Grundstücke Flurstück - Nrn. 985, 988, 989, 1010 (teilweise), 1011 und 1012 (teilweise).

 (2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Karte im Maßstab 1:25000 und in einer Karte im Maßstab 1:5000 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg i.Br. verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde in Konstanz. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des Grauen Riedes als Lebensraum artenreicher Gesellschaften seltener, zum Teil vom Aussterben bedrohter Pflanzenarten.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Schutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebiets oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.           Straßen, Wege oder Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.           die Bodengestalt zu verändern;

4.           fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder umzugestalten, Grundstücke zu entwässern oder andere Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

5.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern oder abzulagern;

6.           Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.           Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.           Riedflächen oder Grünland in Acker oder Wald umzuwandeln oder die Grundstücksnutzung. in anderer Weise zu ändern oder zu intensivieren;

10.       zu düngen;

11.       chemische Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen oder Pflanzenkrankheiten auszubringen;

12.       zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

13.       das Schutzgebiet zu betreten;

14.       ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.           für die ordnungsmäßige land - und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, in der bisherigen Intensität und im bisherigen Umfang;

3.           für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

4.           für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

5.           für notwendige Handlungen in Ausübung einer amtlichen oder ehrenamtlichen Überwachungstätigkeit.

§ 6 Schutz - und Pflegemaßnahmen

Zum Schutz, zur Erhaltung und zur Pflege des Schutzgebiets ist es erforderlich, die Kopfbinsenbestände mindestens alle fünf und die Pfeifengraswiesen mindestens alle zwei Jahre, beide jedoch höchstens einmal im Jahr im Oktober oder November zu mähen und das Mähgut aus dem Schutzgebiet zu entfernen.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann die höhere Naturschutzbehörde nach § 63 Naturschutzgesetz Befreiung erteilen.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 Naturschutzgesetz handelt, wer in dem Schutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlung vornimmt.

§ 9 Inkrafttreten

1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg zur einstweiligen Sicherstellung von Naturschutzgebieten vom 11. Februar 1976 (StAnz. vorn 26. Februar 1977 S. 7) insoweit außer Kraft, als sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht.

FREIBURG I. BR., den 24. April 1978

DR. PERSON