3.104 Scheibenbuck-Bluttenbuck

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Scheibenbuck - Bluttenbuck« vom 26. Dezember 1978 (GBl. v. 16.02.1979, S. 78)

Auf Grund von §§ 21 und 58 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Vogtsburg i. K., Ortsteil Schelingen, Landkreis Breisgau - Hochschwarzwald, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Scheibenbuck - Bluttenbuck«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 7,4 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 30. Juni 1976 auf dem Gebiet der Stadt Vogtsburg i. K., Ortsteil Schelingen, die Grundstücke Flurstück 266 - 269, 270 (teilweise), 271, 273 (teilweise), 274 (teilweise), 433 - 445, 705, 706 (teilweise), 707 (teilweise), 708 (teilweise), 709 (teilweise), 710 (teilweise), 711 (teilweise), 712 (teilweise).

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in zwei Karten des Regierungspräsidiums Freiburg vom 20. Dezember 1978, Maßstab 1:25000 und 1:2500, rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde in Freiburg. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung der geschützten Teile des Scheiben - und des Bluttenbucks

1.           als Lebensraum artenreicher Gesellschaften seltener, zum Teil vom Aussterben bedrohter Pflanzen - und Tierarten;

1.           als die Kulturlandschaft des Kaiserstuhls bereichernde, naturhafte Flächen.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebiets oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können oder geeignet sind, in anderer Weise dem Schutzzweck zu widerzulaufen.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.           Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.           die Bodengestalt zu verändern;

4.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern oder abzulagern;

5.           Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

6.           Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

7.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.           die Grundstücksnutzung zu ändern oder zu intensivieren;

9.           zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

10.       zu düngen;

11.       chemische Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen oder Pflanzenkrankheiten auszubringen;

12.       in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober das Gebiet zu betreten;

13.       Feuer anzumachen;

14.       ohne zwingenden Grund Lärm oder sonstige störende Immissionen zu verursachen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.           für die ordnungsmäßige land - und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, in der bisherigen Intensität und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe
a) daß kein Dünger und keine chemischen Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen oder Pflanzenkrankheiten ausgebracht werden dürfen;
b) daß der Wald nur mit standortgerechten, einheimischen Laubgehölzen verjüngt werden darf und der Flaumeichenbestand erhalten werden muß;

3.           für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

4.           für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

5.           für notwendige Handlungen in Ausübung einer amtlichen oder ehrenamtlichen
Überwachungstätigkeit.

§ 6 Schutz - und Pflegemaßnahmen

Zum Schutz, zur Erhaltung und zur Pflege des Naturschutzgebiets ist es insbesondere erforderlich, die Wiesen alle zwei Jahre, höchstens jedoch einmal im Jahr, jeweils im Spätsommer oder Herbst zu mähen und das Mähgut aus dem Schutzgebiet zu entfernen.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann die höhere Naturschutzbehörde nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlung vornimmt.

§ 9 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg zur einstweiligen Sicherstellung von Naturschutzgebieten vom 11. Februar 1977 (StAnz. für Baden - Württemberg vom 26. Februar 1977 S. 7 und 8) insoweit außer Kraft, als sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht.

FREIBURG I. BR., den 26. Dezember 1978

DR. PERSON