3.113 Auf der Eckt

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Auf der Eckt« vom 10. September 1981 (GBl. v. 30.10.1981, S. 513).

Auf Grund von § § 21 und 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBI. S. 990), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Schliengen, Ortsteile Liel und Mauchen, Landkreis Lörrach, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Auf der Eckt«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet auf dem Gebiet der Gemarkungen Liel und Mauchen besteht aus zwei Flächen mit einer Größe von insgesamt ca. 3,2 ha.

Das westliche Teilgebiet umfaßt von der Gemarkung Liel das Grundstück Flst. Nr. 3447 sowie Teile der Grundstücke Flst. Nrn. 3451, 3456 und 3457.

Das östliche Teilgebiet umfaßt von der Gemarkung Liel das Grundstück Flst.Nr. 3308 sowie einen Teil des Grundstücks Flst.Nr. 674, von der Gemarkung Mauchen einen Teil des Grundstücks Flst. Nr. 3294.

 (2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1:25000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1:2500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde in Lörrach. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung von stark im Rückgang befindlichen Pflanzengesellschaften mit zahlreichen seltenen und vom Aussterben bedrohten Arten.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

1.           Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

2.           die Bodengestalt zu verändern;

3.           Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

4.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

5.           Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

6.           Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

7.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.           die Grundstücksnutzung zu ändern oder zu intensivieren;

9.           zu zelten, zu lagern, Wohnwagen oder sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

10.       außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen;

11.       ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

12.       das Gebiet außerhalb der Wege zu betreten.

§ 5 Zulässige Handlungen

 (1) § 4 gilt nicht:

1.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.           für die ordnungsmäßige land - und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

3.           für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art, Intensität und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

4.           für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.           für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 8 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

FRFIBURG I. BR., den 10. September 1981

DR. NOTHHELFER