3.119 Auäcker

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Auäcker« vom 19. Juli 1982 (GBl. v. 13.08.1982, S. 381).

Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S. 99), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Stühlingen, Landkreis Waldshut, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Auäcker«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 13,7 ha. Es umfaßt im wesentlichen auf den Gemarkungen Grimmelshofen und Weizen den Flußlauf der Wutach (deutscher Teil) sowie die angrenzenden Auewälder. Die Grenze folgt zwischen den Grenzsteinen Nr.460f bis 480 der Staatsgrenze, verläuft sodann im wesentlichen ab dem Grenzstein Nr. 46 entlang des Waldweges auf dem Grundstück Flst. Nr. 1401 und der Nordostseite des Grundstücks Flst. Nr. 245/1; als nordwestliche Abgrenzung folgt sie schließlich dem Wirtschaftsweg entlang der Weggrundstücke Flst. Nrn. 1409 und 1427 (Gemarkung Grimmelshofen) sowie Flst. Nrn. 2731 und 2735 (Gemarkung Weizen), bis zum Grenzstein Nr. 460f als Ausgangspunkt,

 (2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Karte vom 19. Juli 1982 im Maßstab 1:25000 und einer Flurkarte mit gleichem Datum im Maßstab 1:5000 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde Regierungspräsidium Freiburg in 7800 Freiburg i.Br. verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde Landratsamt Waldshut in 7890 Waldshut- Tiengen. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Dienststunden eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung der Wutach - Aue und des Selden - Grabens als Lebensraum charakteristischer ausgebildeter Auen - und Schluchtwald - Lebensgemeinschaften.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            die Bodengestalt einschließlich des Wutachufers zu verändern;

4.            Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

5.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.            Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

11.        Feuer anzumachen;

12.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.        das Gebiet außerhalb der Wege zu betreten.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Fischerei mit der Maßgabe, daß die Ufervegetation der Wutach in ihrem Bestand weder beeinträchtigt noch verändert werden darf;

3.            für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, Intensität und im bisherigen Umfang;

4.            für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß
a) Kahlhiebe von Laubholzbeständen, ausgenommen zum Zwecke der Verjüngung auf einer Fläche bis zu 0,2 ha, nicht vorgenommen werden dürfen;
b) Kahlhiebe nach Nr. 4.1 erst durchgeführt werden dürfen, wenn angrenzende Verjüngungen gesichert sind,
c) zur Aufforstung und Verjüngung der Laub - und Nadelholzbestände nur standortgemäße, der potentiellen natürlichen Vegetation entsprechende Laubgehölze einheimischer Herkunft verwendet werden dürfen,
d) Waldwege nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde angelegt werden dürfen;

5.            für Unterhaltungsmaßnahmen an der Wutach bei Gefahr im Verzug, im übrigen sowie für Ausbaumaßnahmen nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde;

6.            für die sonstige, bisher rechtmäßig ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Einrichtungen in der bisherigen Art, Intensität und im bisherigen Umfang;

7.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

8.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 8 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

FREIBURG I. BR., den 19. Juli 1982

ACKENHEIL