3.122 Bannwald Wehratal

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Bannwald Wehratal« auf Gemarkung Wehr, Landkreis Waldshut vom 24. September 1982 (GBl. v. 29.10.1982, S. 456).

Auf Grund von § § 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S.654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBI. S. 99), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Wehr, Landkreis Waldshut, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Bannwald Wehratal«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von ca. 127 ha und besteht aus einem Teil der Grundstücke Flurst. Nr. 6687 und Flurst. Nr. 6718 auf Gemarkung Wehr. Die Grenze verläuft im NO von Abteilungsgrenzstein (AGr) G (FA Bad Säckingen) entlang der Abteilungslinie 3/2 bis AGrL (FA Bad Säckingen); im N von AGrL entlang der Wehratalstraße L 148 bis Grenzstein 162 (FA Bad Säckingen), von dort entlang des Heiterspannbaches bis zur Grenze der Gemarkung Wehr; im NW von der Gemarkungsgrenze entlang eines Fußweges über AGr C nach AGr B (FA Schopfheim); im SW von AGr B entlang des Mettlengrabens über AGr A (FA Schopfheim) in gerader Linie bis zum Ehwaldhüttenweg; im S und SO entlang des Ehwaldhüttenwegs bis zum Ausgangspunkt AGr G auf der Abteilungslinie 3/2 (FA Bad Säckingen).

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1:25000 und in einer Karte im Maßstab 1:1000 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg verwahrt, eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde in Waldshut. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Dienststunden eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung und Sicherung des »Bannwald Wehratal«

1.            als Lebensraum für zahlreiche, zum Teil sehr seltene und vom Aussterben bedrohte Tier - und Pflanzenarten;

2.            als naturhafter Landschaftsteil von besonderer Eigenart und Schönheit;

3.            als Gebiet von hervorragender Bedeutung für die Wissenschaft.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            die Bodengestalt zu verändern;

4.            Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

5.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.            Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

11.        außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen;

12.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.        an den Felsen zu klettern;

14.        die Wege und Pfade zu verlassen;

15.        forstliche Bewirtschaftungsmaßnahmen durchzuführen, insbesondere den Waldbestand zu nutzen, anfallendes Holz zu entnehmen, Aufforstungen, Ausstockungen, Pflanzungen vorzunehmen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei;

2.            für Maßnahmen, die zur Abwendung einer akuten Gefahr für den Bannwald selbst oder angrenzende Waldgebiete erforderlich sind, insbesondere als Folge von Schädlingsbefall, Sturmwürfen, Waldbränden o. ä.;

3.            für Maßnahmen, die zur Unterhaltung und Verkehrssicherung der Wehratalstraße L 148 und des Wehratalwanderweges erforderlich sind mit der Maßgabe, daß diese im Einvernehmen mit der zuständigen Naturschutzbehörde durchzuführen sind;

4.            für notwendige Handlungen in Ausübung einer amtlichen Überwachungstätigkeit;

5.            für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung und Unterhaltung der Gewässer und der bestehenden Einrichtungen.

§ 6 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 7 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Badischen Ministers des Kultus und Unterrichts zum Schutze von Landschaftsteilen im Bereich des Wehratales der Landkreise Waldshut und Lörrach vom 24. Oktober 1940 (Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts vom 14. November 1940, S. 164) für den Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft.

FREIBURG I. BR., den 24. September 1982

ACKENHEIL