3.124 Teninger Unterwald

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Teninger Unterwald« auf Gemarkung Teningen, Landkreis Emmendingen vom 22. November 1982 (GBl. v. 23.12.1982, S. 540).

Auf Grund von § 21, § 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Teningen, Landkreis Emmendingen, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Teninger Unterwald«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 50,7 ha. Es umfaßt einen Teil des Grundstücks Flst. Nr. 4092 auf Gemarkung Teningen. Die Grenze des Schutzgebietes folgt im Osten dem Feuerbach, im Norden und Westen dem Wässerungsgraben am Waldrand, im Süden dem Waldrand.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in zwei Karten des Regierungspräsidiums Freiburg (Maßstab 1:25000 und Maßstab 1:5000) rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde im Emmendingen. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Dienstzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des Teninger Unterwaldes als Lebensraum verschiedener landschaftstypischer, in unterschiedlichem Ausmaß grundwasserabhängiger Waldbestände mit artenreicher Flora und Fauna.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

4.            Steine, Kies, Sand, Lehm oder andere Bodenbestandteile abzubauen, zu entnehmen oder einzubringen, oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

5.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern oder abzulagern;

6.            fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder umzugestalten, Entwässerungsmaßnahmen durchzuführen, vorhandene Gräben zu verbreitern oder zu vertiefen oder auf andere Weise den Wasserhaushalt des Gebietes zu verändern;

7.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            Wald auszustocken oder die Grundstücksnutzung anderweitig zu ändern;

10.        chemische Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen oder Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen beeinflussen, auszubringen;

11.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

12.        das Schutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten;

13.        Feuer anzumachen;

14.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

15.        den Waldtrauf am Westrand (zwischen Fahrweg und Schwobbach) auf der gesamten Länge zu verändern oder zu beseitigen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) zur Verjüngung der Waldbestände nur gebietseigene, standortgemäße Laubholzarten aus einheimischem Saatgut verwendet werden dürfen;
b) die Altholzbestände in den ehemaligen Abteilungen 21 und 22 nur kleinflächig (bis zu 0,3 ha Schlagfläche) verjüngt werden dürfen;
c) die Waldbestände der ehemaligen Abteilungen 24 und 25 in ein - bis zweijährigen Abständen verjüngt werden dürfen, wobei die Größe der jährlich eingeschlagenen Waldbestände 1 ha Fläche nicht wesentlich überschreiten darf;
d) der für die Bewirtschaftung der Waldbestände erforderliche Wegebau im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde erfolgt;

3.            für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Wege und Gewässer sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

4.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

6.            für notwendige Handlungen in Ausübung einer amtlichen oder ehrenamtlichen
Überwachungstätigkeit.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 8 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

FREIBURG I. BR., den 22. November 1982

DR. NOTHHELFER