3.125 Bitzenberg

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Bitzenberg« vom 18. April 1983 (GBl. v. 27.05.1983, S. 190).

Auf Grund von § 21 und § 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBI. S. 654) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Vogtsburg i. K., Landkreis Breisgau - Hochschwarzwald, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Bitzenberg«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 2,7 ha. Es umfaßt auf dem Gebiet der Stadt Vogtsburg i. K., Ortsteil Bickensohl, die Grundstücke Flst. Nr. 457 (teilweise), 483 (teilweise, 2080 (teilweise), 2083 - 2086, 2087 (teilweise) und 2089 (teilweise).

Das Naturschutzgebiet wird im Süden begrenzt durch die an den Grundstücken Flst. Nrn. 2083 bis 2089 entlang laufenden Feldwege. Die Nordgrenze des Schutzgebietes verläuft vom westlichen Eckpunkt des Grundstückes Flst. Nr. 2089 entlang des dortigen Feldweges bis zum Grundstück Flst. Nr. 483 und folgt auf diesem Grundstück dem Hangfuß bis zum nordöstlichen Eckpunkt des Grundstücks Flst. Nr. 2083. Die Ostgrenze wird im wesentlichen von der östlichen Grenze des Grundstücks Flst. Nr. 2083 gebildet.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in zwei Karten (Maßstab 1:25000 und Maßstab 1:1500) rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Breisgau - Hochschwarzwald in Freiburg. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Dienstzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des Bitzenbergs

1.            als Lebensraum einer für den Kaiserstuhl typischen Flora und Fauna mit zum Teil vom Aussterben bedrohten Tier - und Pflanzenarten;

2.            als Gebiet hervorragender Bedeutung für die Wissenschaft.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            die Bodengestalt zu verändern, insbesondere Mineralien und Gesteine abzubauen;

4.            Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

5.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.            Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

11.        Feuer anzumachen;

12.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.        das Schutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten;

14.        zu düngen;

15.        chemische Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen oder Pflanzenkrankheiten auszubringen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung auf dem in der Karte Maßstab 1 : 1 500 blau markierten Teil des Grundstückes Flst. Nr. 2083;

3.            für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, in der bisherigen Intensität und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß im Schutzgebiet
a) kein Dünger und keine chemischen Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen oder Pflanzenkrankheiten ausgebracht werden dürfen;
b) der vorhandene Flaumeichenwald in seinem Bestand nicht beeinträchtigt oder verändert werden darf;

4.            für das Zurückschneiden von aufkommendem Bewuchs im bisherigen Umfang entlang der Grenzen des Naturschutzgebietes;

5.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

6.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Schutz - und Pflegemaßnahmen

Zum Schutz, zur Erhaltung und zur Pflege des Naturschutzgebietes ist es erforderlich, daß

1.            aufkommender Gebüschjungwuchs auf den geschützten Teilen der Grundstücke Flst. Nr. 2089 und 483 von Zeit zu Zeit entfernt wird;

2.            die Baum - und Strauchschicht des Flaumeichenwaldes zum Schutz und zur Förderung von in der Krautschicht vorhandenen seltenen Arten bei Bedarf ausgelichtet wird.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

FREIBURG I. BR., den 18. April 1983

DR. NOTHHELFER