3.126 Sandkopf

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Sandkopf« vom 10. Mai 1983 (GBl. v. 24.06.1983, S. 222).

Auf Grund von § 21, § 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Neuenburg, Stadtteil Zienken, Landkreis Breisgau - Hochschwarzwald, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Sandkopf«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von rd. 19 ha. Es umfaßt die Grundstücke Flst. Nrn. 1281, 1282, 1286 - 1289, 1290/1, 1292 - 1295, 1296/1, 1297/1, 1298/1, 1299/2. 1300/2, 1301/2, 1301/3, 1302/1, 1302/2, 1303, 1304/1, 1304/2, 1305, 1315, 1316, 1318 - 1322 und Teile der Grundstücke Flst. Nrn. 1267 - 1280, 1283 - 1285, 1296/2, 1297/2, 1298/2, 1324, 1324/3 und 1325 auf Gemarkung Zienken der Stadt Neuenburg.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in zwei Karten (Maßstab 1:25000 und 1:5000) rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde - Landratsamt Breisgau - Hochschwarzwald - in Freiburg. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Dienstzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung

1.            eines landschaftstypischen, aus zahlreichen, zum Teil seltenen Pflanzengesellschaften zusammengesetzten Vegetationsmosaiks der südlichen Oberrheinebene;

2.            des Lebensraums mehrerer in der Bundesrepublik Deutschland unmittelbar vom Aussterben bedrohter Pflanzenarten und von starkem Rückgang bedrohter Vogelarten.

§4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

3.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

4.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

5.            Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

6.            Sand, Kies, Lehm oder andere Bodenbestandteile abzubauen, zu entnehmen oder einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

7.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern oder abzulagern;

8.            Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

9.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

10.        Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

11.        die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

12.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

13.        Bienenstöcke nördlich des Grenzsteins Nr. 19 des Grundstücks Flst.Nr. 1324 aufzustellen;

14.        chemische Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen oder Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen beeinflussen, auszubringen;

15.        den Weg auf den Grundstücken Flst.Nr. 1324 und 1324/3 im Bereich zwischen nördlicher Schutzgebietsgrenze und dem Grenzstein Nr. 19 des Grundstücks Flst.Nr. 1324 zu verlassen;

16.        Feuer anzumachen;

17.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

18.        für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

19.        für die ordnungsmäßige Nutzung der Streuobstwiese auf dem Grundstück Flst.Nr. 1283 in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in der bisherigen Intensität;

20.        für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) im Privatwald eine Bestandsverjüngung nur mit standortgemäßen, gebietseigenen einheimischen Laubbaumarten erfolgen darf,
b) im Gemeindewald nur eine Nutzung von abgängigen und hiebsreifen Bäumen und zwar einzelstammweise erfolgen darf,
c) die gegenwärtig nur mit Gebüsch oder Krautschicht bestandenen Flächen im Gemeindewald nicht aufgeforstet werden dürfen;

21.        für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in der bisherigen Intensität sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

22.        für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

23.        für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann die höhere Naturschutzbehörde nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlung vornimmt.

§ 8 Inkrafttreten*

* eingefügt: LfU

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

FREIBURG I. BR., den 10. Mai 1983

DR. NOTHHELFER