3.127 Hohenkrähen

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Hohenkrähen« vom 24. Juni 1983 (GBl. v. 29.07.1983, S. 357).

Auf Grund der §§ 21 und 58 Abs. 2 und 4 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654).wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemarkung Duchtlingen, Gemeinde Hilzingen, Landkreis Konstanz, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Hohenkrähen«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 12,6 ha. Es umfaßt Teile des Grundstücks Flurstück Nr. 13307 der Gemarkung Duchtlingen der Gemeinde Hilzingen.

 (2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1 : 25 000 und in einer Karte im Maßstab 1 : 2 500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde in Konstanz. Die Verordnung mit Karten kann währen er üblichen Dienstzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des Hohenkrähen

1.            als einzigartiges erdgeschichtliches Dokument, das in seiner Eigenart und Schönheit von besonderer Bedeutung für die Vulkanlandschaft des Hegau ist;

2.            als Lebensraum für eine Vielzahl seltener und vom Aussterben bedrohter Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können oder geeignet sind, in anderer Weise dem Schutzzweck zuwiderzulaufen.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            Anlagen und Einrichtungen für Erholungszwecke zu errichten;

4.            die Bodengestalt zu verändern;

5.            Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

6.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern oder abzulagern;

7.            Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

8.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

10.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufswagen aufzustellen;

11.        Modellflugzeuge zu betreiben;

12.        im Schutzgebiet zu klettern;

13.        mit Hängegleitern zu starten;

14.        die Grundstücksnutzung zu ändern oder zu intensivieren;

15.        das Schutzgebiet außerhalb der Wege und der ehemaligen Burganlage zu betreten;

16.        außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen;

17.        chemische Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen oder Pflanzenkrankheiten auszubringen;

18.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

19.        Volkswanderungen oder andere öffentliche Veranstaltungen durchzuführen, die geeignet sind, eine größere Anzahl von Menschen anzulocken oder Lärm in das Schutzgebiet zu tragen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art in der bisherigen Intensität und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe daß
a) nur dürres Holz entnommen werden darf;
b) bei naturbedingtem flächenhaften Ausfall von Waldbeständen Bestandsverjüngungen mit Laubbäumen unter Wahrung des bestehenden Mischungsverhältnisses nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde durchgeführt werden dürfen;
c) kein Waldwegebau durchgeführt werden darf;

3.            für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung des Grundstücks in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in der bisherigen Intensität sowie seiner Unterhaltung;

4.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

6.            für notwendige Handlungen in Ausübung einer amtlichen oder ehrenamtlichen Überwachungstätigkeit.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann die höhere Naturschutzbehörde nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlung vornimmt.

§ 8 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Gleichzeitig tritt die Anordnung zum Schutz von Landschaftsteilen des Hegaus im Bereich des Landkreises Konstanz vom 19. September 1952, soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht, außer Kraft.

FRFIBURG I. BR., den 24. Juni 1983

DR. NOTHHELFER