3.140 Eschengrundmoos

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Eschengrundmoos« vom 4. Dezember 1984 (GBl. v. 28.12.1984, S. 705).

Auf Grund von § § 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden - württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Hinterzarten, Landkreis Breisgau - Hochschwarzwald, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Eschengrundmoos«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von ca. 41,5 ha und erstreckt sich auf die Grundstücke Flst. Nr. 110/6 (teilweise), 111 (teilweise), 121 (teilweise) und 124 (teilweise).

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in zwei Karten (Maßstab 1:25000 und 1:5000) rot eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg und beim Landratsamt Breisgau - Hochschwarzwald in Freiburg auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 (3) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung des Eschengrundmooses als

·               a) Lebensraum für eine Vielzahl vom Aussterben und Rückgang bedrohter Pflanzen und Tierarten,

·               b) charakteristische Moorlandschaft des Hochschwarzwaldes von außerordentlicher Vielfalt, Eigenart und Schönheit

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2. Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3. Aufschüttungen oder Abgrabungen vorzunehmen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

4. innerhalb der in der Schutzgebietskarte Maßstab 1 : 5 000 blau umrandeten Moorflächen sowie in den angrenzenden gelb umrandeten Flächen Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

5. Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6. Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen. Dies gilt nicht für die notwendige Beschilderung bereits vorhandener Loipen;

7. Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9. die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen. Das Spuren der Loipen mit motorgetriebenen Spurgeräten ist jedoch zulässig;

11. Feuer anzumachen;

12. ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13. das Schutzgebiet außerhalb der Wege, zu denen Trampelpfade nicht gehören, zu betreten; das Ufer des Mathislesweihers darf, mit Ausnahme der Verlandungszone am Nordufer, betreten werden;

14. die Neuanlage von Loipen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht

1. für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei mit der Maßgabe. daß die Verlandungszone am Nordufer des Mathislesweihers (bis 1 in Wassertiefe) zur Ausübung der Fischerei nicht betreten werden darf,

2. für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß

a) innerhalb der in der Schutzgebietskarte Maßstab 1 : 5 000 blau umrandeten Moorflächen sowie an quelligen und felsigen Standorten die Bestände naturgemäß bewirtschaftet werden.

Dies beinhaltet die Entnahme abgängiger Hölzer sowie die femelartige Behandlung und natürliche Verjüngung der Bestände. Kahlhiebe über 0,1 ha sind untersagt. Bestockungsziel sind Spirkenmoorwälder bzw. in Randbereichen Fichtenmoorrandwälder mit Spirken;

b) auf den übrigen Waldflächen bei der Verjüngung standortgerechte Bestände aus heimischen Baumarten begründet werden; Kahlhiebe über 1 ha bedürfen der Genehmigung durch die höhere Naturschutzbehörde, wobei angrenzende Kulturen unter 1 m Höhe auf die Kahlfäche anzurechnen sind;

c) die Anlage neuer Wege und Neuaufforstungen ausgeschlossen sind, während die Einrichtung von Holzschleifwegen und Wiederaufforstungen zulässig sind;

3. für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung; dies gilt insbesondere auch für die bestehenden Loipen;

4. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5. für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

6. für das Betreten des Grundstückes Flst. Nr. 121 zum Zweck forstwissenschaftlicher Forschung und Ausbildung.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann die höhere Naturschutzbehörde nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 8 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

FREIBURG I. BR., den 4. Dezember 1984

DR. NOTHHELFER