3.142 Häuslematt

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Häuslematt« vom 22. April 1985 (GBl. v. 14.06.1985, S. 170).

Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden - württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBI. S. 199), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Simonswald, Landkreis Emmendingen, und auf dem Gebiet der Gemeinde St. Peter, Landkreis Breisgau - Hochschwarzwald, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Häuslematt«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 7,2 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Obersimonswald einen Teil des Grundstücks Flst. Nr. 114/1. Den nördlichsten Punkt des Schutzgebietes bildet dabei der Grenzstein Nr. 127. Von dort verläuft die Schutzgebietsgrenze in südöstlicher Richtung entlang der Grundstücksgrenze des Flst. Nr. 114/1 bis zum Grenzstein Nr. 122; von hier aus in gerader Linie ca. 540 m südwärts bis zur nordöstlichen Ecke des Waldes und dann in westlicher Richtung zum Grenzstein Nr. 7. Im Westen wird die Schutzgebietsgrenze durch den westlichen Rand des Zweribaches gebildet. Damit umfaßt das Schutzgebiet geringe Teile der Grundstücke Flst.Nrn. 333, 333/1 und 451 der Gemarkung St. Peter.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte Maßstab 1:25000 und in einer Karte Maßstab 1:5000 rot eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg i. Br. und bei den Landratsämtern Emmendingen in Emmendingen und Breisgau - Hochschwarzwald in Freiburg i. Br. auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 (3) Die Verordnung mit Karten ist nach ihrer Verkündung bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung von gut ausgeprägten Übergangs- und Niedermoorbereichen. Diese Moore stellen sehr gefährdete Pflanzenformationen dar. Das Schutzgebiet ist Standort von seltenen Pflanzengesellschaften und Pflanzenarten.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            die Bodengestalt zu verändern;

4.            Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern, insbesondere Fremdwasser in das Schutzgebiet einzuleiten oder vorhandene Wasserläufe zu verändern;

5.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.            Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

11.        Feuerstellen einzurichten oder Feuer anzumachen;

12.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.        das Schutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten;

14.        Ski - Langlaufloipen anzulegen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsmäßige land - und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, in der bisherigen Intensität und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) mineralische Dünger im Schutzgebiet nicht ausgebracht werden dürfen und
b) der Bereich nördlich einer geraden Linie zwischen den Grenzsteinen Nr. 122 (östliche Grenze des Schutzgebietes) und Nr. 1 (westliche Grenze des Schutzgebietes) nicht beweidet werden darf; dieser Bereich ist in der zur Verordnung gehörenden Karte Maßstab 1 : 5 000 gelb schraffiert;

3.            für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung rechtmäßigerweise bestehender Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

4.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Schutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 8 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

FREIBURG I. BR., den 22. April 1985

DR. NOTHHELFER