3.150 Ruschbachtal

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Ruschbachtal« vom 23. September 1985 (GBl. v. 31.10.1985, S. 354).

Auf Grund von § § 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden - württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBI. S. 199), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Grenzach - Wyhlen, Landkreis Lörrach, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Ruschbachtal«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 30,5 ha. Es umfaßt auf dem Gebiet der Gemeinde Grenzach - Wyhlen, Ortsteil Wyhlen, die Grundstücke Flst. Nrn. 4395, 4396, 4405/1, 4412 (teilweise), 4411, 4410, 4409, 4408, 4420, 4421, 4422, 4423, 4425/1, 4425/2, 4426, 4427, 4428, 4429, 4430, 4431, 4432, 4428/1, 4433, 4346, 4347, 4348, 4349, 4350, 4351, 4352, 4353, 4355, 4356, 4357, 4358 (teilweise), 4360, 4361 (teilweise), 4362 (teilweise), 4364, 4365, 5050 (teilweise).

 (2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Karte im Maßstab 1:25000 und in einer Katasterplankarte Maßstab 1:5000 rot eingetragen. Die in dieser Verordnung geregelte Waldbewirtschaftung ist in einer Waldbewirtschaftungskarte Maßstab 1:5000 näher dargestellt. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg und beim Landratsamt Lörrach in Lörrach auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 (3) Die Verordnung mit Karten ist nach ihrer Verkündung bei den in Absatz 2 Satz 4 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung des Ruschbachtales

1.            als interessantes, geologisches Objekt mit großer wissenschaftlicher Bedeutung;

2.            als Gebiet mit weitgehend natürlich gebliebener Vegetation;

3.            als Lebensraum für seltene Tier - und Pflanzenarten.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            die Bodengestalt zu verändern;

4.            Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

5.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.            Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

11.        Feuer anzumachen;

12.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.        das Schutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten;

14.        Schafe durch den Ruschbach zu treiben.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsgemäße land - und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, in der bisherigen Intensität und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) die Wiesen und Weiden nicht umgebrochen oder aufgeforstet werden dürfen;
b) die in der Waldbewirtschaftungskarte im Maßstab 1:5000 grün umrandeten Teilflächen als standortgerechter Laubmischwald zu bewirtschaften sind;
c) die in der Waldbewirtschaftungskarte im Maßstab 1 : 5 000 violett umrandeten Teilflächen unter Wahrung der aktuellen Vegetation schonwaldartig so zu bewirtschaften sind, daß in den violett umrandeten Teilflächen folgende Pflanzengesellschaften erhalten bleiben:
In I: Ahorn - Eschenwald; In II: Steinsame - Eichenwald; In III: Seggen - Buchenwald mit Buchs;

3.            für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung mit der Maßgabe, daß die Unterhaltung des Gewässers so durchgeführt wird, daß das natürliche Profil nicht verletzt wird;

4.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Schutz - und Pflegemaßnahmen

Im Seggen - Buchenwald mit Buchs am westexponierten Hang des mittleren Talbereichs ist auf eine ausreichende Verjüngung der dortigen Buchenbestände zu achten.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

FRFIBURG I. BR., den 23. September 1985

DR. NOTHHELFER