3.160 Isteiner Klotz

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Isteiner Klotz« vom 16. Oktober 1986 (GBl. v. 30.12.1986, S. 485).

Auf Grund von den §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG - ) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden - württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBI. S. 199), wird verordnet;

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf den Gemarkungen Huttingen, Istein und Kleinkems, Gemeinde Efringen - Kirchen, Landkreis Lörrach, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Isteiner Klotz«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 25,2 ha.

Es umfaßt auf der Gemarkung Huttingen die Grundstücke

·               Flst. Nr. 840 - 846, 848, 849, 850, 852, 867, 868, 879, 881, 1125, 1126, 1127, 1128, 1130/1, 1131, 1132, 1133, 1134, 1135, 1136, 1137, 1138, 1139, 1140, 1142 - 1146, 1284, 1288/2, 1289 (teilweise), 1290, 1291, 1292, 1293/1, 1296, 1297,

sowie auf der Gemarkung Istein Grundstücke

·               Flst. Nr. 64 (teilweise), 119/1 (teilweise), 119/2 (teilweise), 1704 - 1710, 1711 (teilweise), 1807 (teilweise), 1907 (teilweise), 1907/1, 1907/ 2, 1907/ 3, 1907/ 4, 1908, 1909, 1910, 1910/1, 1911, 2312/2 (teilweise), 2468 (teilweise),

sowie auf der Gemarkung Kleinkems Grundstück

·               Flst. Nr. 155 (teilweise).

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in zwei Karten im Maßstab 1:25000 bzw. 1:5000 rot eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg und beim Landratsamt in Lörrach auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 (3) Die Verordnung mit Karten ist nach ihrer Verkündung bei den in Abs. 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung des

1.           als bedeutendes geologisches Objekt von großer wissenschaftlicher Bedeutung;

2.           als Gebiet mit weitgehend natürlicher wärmeliebender Vegetation von großer pflanzengeographischer Bedeutung;

3.           als Standort seltener Pflanzengesellschaften und als Lebensraum seltener und teilweise vom Aussterben bedrohter Tier - und Pflanzenarten, von denen einige in Baden - Württemberg, z.T. sogar in der Bundesrepublik Deutschland hier ihr einziges aktuelles Vorkommen haben.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Schutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.           Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.           die Bodengestalt zu verändern;

4.           Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

5.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.           Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.           7. Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.           die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.       zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

11.       außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen;

12.       ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.       das Schutzgebiet außerhalb der Wege, innerhalb abgesperrter Bereiche und auf dem Klotzen zu betreten;

14.       an Felsen zu klettern;

15.       Stätten für Sport und Spiel und Erholungseinrichtungen aller Art wie z. B. neue Wege, Aussichtskanzeln etc. anzulegen bzw. instand zu setzen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.           für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;

2.           für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, in der bisherigen Intensität und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) die Waldflächen unter weitgehender Wahrung der aktuellen Vegetation so zu bewirtschaften sind, daß der Flaumeichenwald, Weißseggen - Eichen - Linden - Wald, Weißseggen - Buchenwald, Waldmeister - Buchenwald und Ahorn - Lindenwald in ihrer typischen Artenzusammensetzung, Ausdehnung und räumlichen Anordnung erhalten werden;
b) das Einbringen von nicht standortgemäßen Laubholzarten und von Nadelhölzern sowie Kahlhiebe über 0,5 ha unzulässig sind;
c) ein aus natürlicher Verjüngung hervorgegangener Nadelholzanteil nur bis 10 vom Hundert zulässig ist;
d) kein Bau von befestigten Waldfahrwegen zulässig ist;
e) die Robinienbestände langfristig in standortgemäße Laubholzbestände umzuwandeln sind;

3.           für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, in der bisherigen Intensität und im bisherigen Umfang;

4.           für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung mit Ausnahme von Anlagen auf dem Klotzen;

5.           für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stellen angeordnet werden;

6.           für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann die höhere Naturschutzbehörde nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer eine nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlung vornimmt, soweit die Handlung nicht mit Strafe bedroht ist.

§ 8 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 (2) Gleichzeitig tritt die Verordnung zum Schutz von Landschaftsteilen auf den Gemarkungen Grenzach, Huttingen, Istein und Kleinkems vom 27. September 1937 (veröffentlicht in »Der Alemanne« vom 2. Oktober 1937), insoweit außer Kraft, als sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht.

FREIBURG I. BR., den 16. Oktober 1986

DR. NOTHHELFER