3.177 Krebsbachtal

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Krebsbachtal« vom 27. Dezember 1990 (GBl. v. 13.05.1991, S. 201).

Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden - württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBI. S. 199), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf den Gemarkungen Weil und Haltingen, Stadt Weil am Rhein, Landkreis Lörrach, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Krebsbachtal«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 22,5 ha. Es umfaßt

·               a) auf Gemarkung Weil die Grundstücke
Flst.Nr. 5209 teilweise (tw), 5305, 5305 /1, 7965 (tw), 7966 (tw), 7970 (tw), 7972, 7973 (tw), 7974, 7976 (tw), 7977 (tw), 7981 (tw), 7982 (tw), 8080, 8081 (tw)

·               b ) auf Gemarkung Haltingen die Grundstücke
4708 (tw), 4710 (tw), 6120, 6271, 6271/1, 6273, 6273/1, 6274, 6274/1, 6275 - 77, 6277/1, 6278, 6278/1, 6279, 6279/1, 6280, 6280/1, 6281, 6281/1, 6282, 6283, 6285 - 87, 6287/1, 6288, 6288/1, 6289 (tw), 6289/1, 6291 - 6295, 6295/2, 6296, 6298, 6635/1 (tw), 6635/3, 6635/4, 6635/5, 6635/6, 6635/15, 6636, 6636/1, 6636/3, 6889 (tw), 8248, 8050 (tw), 9841 (tw), 9842 (tw), 9846 (tw), 9849 - 9860 (tw)
nach dem Stand vom April 1988.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in zwei Karten des Regierungspräsidiums Freiburg (Maßstab 1:25000 und 1:5000) rot eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg i.Br., beim Landratsamt Lörrach in Lörrach und beim Bürgermeisteramt der Stadt Weil am Rhein auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 (3) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung von Restbeständen naturnaher Lebensräume mit etlichen seltenen und gefährdeten Tier - und Pflanzenarten in einem stark zersiedelten und intensiv genutzten Raum.

§ 4 Verbote

 (1) Im Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.           Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.           die Bodengestalt zu verändern;

4.           Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

5.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.           Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.           Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.           die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.       zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

11.       außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen;

12.       ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.       die Wege zu verlassen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.           für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und der Fischerei in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

2.           für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) entlang des Krebsbaches zur Erhaltung der Ufervegetation ein 5 m breiter Streifen nicht genutzt werden darf;
b) in diesem Streifen keine Ablagerungen vorgenommen werden dürfen;

3.           für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß
a) naturnahe, aus standortgemäßen einheimischen Laubbaumarten zusammengesetzte Bestände als solche durch Pflege und Verjüngung zu erhalten sind; die Größe von Kahlflächen darf dabei 0,5 ha nicht überschreiten, wobei angrenzende Kulturflächen bis zum Stadium des Kronenschlusses anzurechnen sind;
b) bei der Pflege der übrigen Bestände durch Förderung der standortgemäßen Laubbaumarten ein naturnaher Aufbau erreicht wird;
c) die Anlage von Wegen nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde zulässig ist;
d) auf die Standorte und Wohnstätten von Pflanzen und Tieren, insbesondere gefährdeter und geschützter Arten, größtmögliche Rücksicht zu nehmen ist;

4.           für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

5.           für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

6.           für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 8 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 (2) Gleichzeitig tritt die Verordnung zum Schutz von Landschaftsteilen in Weil am Rhein, Stadtteil Friedlingen, (veröffentlicht in: »Der Alemanne« vom 22./ 23. Januar 1938) vom 13. Januar 1938 außer Kraft.

FREIBURG I. BR., den 27.Dezember1990

DR. NOTHHELFER