3.205 Rotmeer

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Rotmeer« vom 20. März 1995(GBl. v. 26.05.1995, S 376).

Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBL S. 654), zuletzt geändert durch Gesetz vom 7. Februar 1994 (GBI. S. 73), und von § 22 Abs.2 und § 33 Abs.2 Nr.4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBI. 1979 S. 12) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Feldberg, Landkreis Breisgau - Hochschwarzwald, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Rotmeer«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 46 ha. Es umfaßt Teile des Gewanns »Rotmeer« der Gemarkungen Feldberg, Altglashütten und Falkau der Gemeinde Feldberg mit den in der Anlage 1 aufgeführten Grundstücken nach dem Stand vom 30. November 1992.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 und in einer Karte im Maßstab 1:5000 rot eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit der Anlage 1 sowie den Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg i. Br. und beim Landratsamt Breisgau - Hochschwarzwald in Freiburg i. Br. auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 (3) Die Verordnung mit der Anlage 1 sowie den Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung der Rotmeer - Senke mit mehreren für den Hochschwarzwald charakteristischen Hoch - und Flachmoorkomplexen und den sie umgebenden montanen Wäldern mit einem gemeinsamen Wasserhaushalt als

·               Lebensraum einer Vielzahl von zum Teil in ihrem Bestand bedrohten Tier - und Pflanzenarten in verschiedenen seltenen und gefährdeten Pflanzengesellschaften und Lebensgemeinschaften,

·               naturhafter Landschaftsteil von besonderer Eigenart und Schönheit,

·               Objekt für die Wissenschaft,

sowie die Erhaltung der gebietsspezifischen natürlichen Lebensgemeinschaften einschließlich ihrer Arten.

§ 4 Verbote

 (1) Im Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zur errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.           Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.           die Bodengestalt zu verändern;

4.           Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

5.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.           Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.           Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.           die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.       zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

11.       Feuer anzumachen;

12.       ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.       das Naturschutzgebiet außerhalb von Wegen oder auf Trampelpfaden zu betreten.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) Futterstellen und Salzlecken nicht unterhalten oder eingerichtet werden dürfen,
b) die Errichtung von Hochsitzen in sumpfigen und moorigen Bereichen untersagt ist;

2.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Fischerei mit der Maßgabe, daß von trittempfindlichen Stellen aus, insbesondere im oder am Rand des Hochmoores nicht geangelt werden darf;

3.           für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in der bisherigen Intensität mit der Maßgabe, daß
a) bei der Verjüngung und Bestandspflege von Wäldern standortgemäße, naturnahe Bestände aus heimischen Arten begründet und ausgeformt werden,
b) Kahlschläge nur bis zu einer Größe von 1 ha erlaubt sind, wobei angrenzende, noch nicht gesicherte Kulturen auf die Kahlfläche anzurechnen sind und natürliche Verjüngung auf kleiner Fläche vorzuziehen ist,
c) keine neuen Holzabfuhrwege angelegt werden dürfen und
d) keine Entwässerungen mehr durchgeführt werden dürfen;

4.           für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

5.           für die Anlage und Unterhaltung der bestehenden »Rotmeerloipe« auf bestehenden Forstwegen;

6.           für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

7.           für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

 (1) Ordnungswidrig im Sinne von § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 (2) Ordnungswidrig im Sinne von § 33 Abs. 2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet entgegen § 5 Nr. 1 dieser Verordnung die Jagd ausübt.

§ 8 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft. Gleichzeitig tritt für den Geltungsbereich dieser Verordnung die Verordnung des Landratsamtes Breisgau - Hochschwarzwald vom 10. Oktober 1983 über das Landschaftsschutzgebiet »Hochschwarzwald - Bereiche Feldberg, Friedenweiler und Schluchsee« außer Kraft.

FREIBURG I. BR., den 20. März 1995

DR. SCHROEDER

Anlage 1

(zu 2 Abs. 1 Satz 2)

Verzeichnis der Grundstücke im Naturschutzgebiet »Rotmeer« nach dem Stand vom 30. November 1992

Gemarkung Altglashütten:

·               Flst. Nr. 393, 394, 395 (Teil), 396 (Teil), 396/1, 396/2

Gemarkung Falkau:

·               Flst. - Nr. 243, 244, 245/1, 246 (Teil), 246/1, 247, 247/1, 248, 249, 250, 252 (Teil), 253 (Teil), 254 (Teil), 341 (Teil)

Gemarkung Feldberg:

·               Flst. - Nr. 37 (Teil), 37/3 (Teil), 38/3, 81 (Teil)