3.209 Talebuckel

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Talebuckel« vom 25. Mai 1995 (GBl. v. 25.07.1995, S. 530).

Auf Grund der §§ 21, 58 Abs. 2 und 64 Abs. 1 Nr. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), zuletzt geändert durch Gesetz vom 7. Februar 1994 (GBI. S. 73), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Offenburg, Ortenaukreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Talebuckel«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 37 ha.

 (2) Das Naturschutzgebiet besteht aus einem Teilbereich der Offenburger Vorbergzone nordöstlich der Ortschaft Rammersweier und umfaßt nach dem Stand vom 17. Dezember 1992 auf Gemarkung Rammersweier die Grundstücke Flst. Nrn. 1834/3, 1834/4, 1837/1, 1838/1, 1841/ 1, 1842/1, 1844/2, 1845 bis 1847, 1884 bis 1889, 1890/1, 1892 bis 1895, 1897 bis 1899, 1900 bis 1910,1911/1, 1911/2, 1912 bis 1916, 1918/1, 1919/1, 1921 bis 1925, 1928, 1932 bis 1934, 1935/1, 1937 bis 1942, 1944 bis 1948, 1951, 1952, 1953/1, 1955/1, 1957 bis 1963, 1965, 1966, 1967/1, 1967/2, 1968, 1969, 1971/1, 1972, 1975/1, 1976/11, 1978 bis 1987, 1989/1, 1990/1, 1990/2, 1991, 1992, 1994, 1995/1, 1997 bis 2000, 2001/3, 2002, 2003/1, 2005 bis 2008, 2009/1, 2011 bis 2014, 2015/1, 2017/1, 2019/1, 2021 bis 2023, 2024/1, 2026/1, 2028/1, 2034/1, 2035/1, 2037 bis 2041, 2043, 2044/1, 2046 bis 2048, 2049/1, 2049/ 2, 2051/1, 2052 bis 2065, 2067/1, 2068, 2069/1, 2069/2, 2069/3, 2069/4, 2070, 2071, 2071/1, 2072 bis 2080, 2082/ 1, 2084 bis 2101, 2103/1, 2105, 2107 bis 2117, 2126 bis 2133, 2135, 2136, 2137/1, 2137/2, 2137/3, 2138 bis 2140, 2149, 2150, 2151/11, 2152, 2153/1, 2153/2, 2153/3, 2154, 2156 bis 2164, 2165/1, 2167 bis 2173, 2175 bis 2177, 2179 bis 2188, 2191/1, 2192 bis 2200, 2202, 2204 bis 2206, 2208 bis 2210, 2212 bis 2224, 2224/1, 2225 bis 2227, 2230 bis 2233, 2235/1, 2236 bis 2246, 2248, 2250, 2252 bis 2254, 2255/1, 2255/2, 2256 bis 2259, 2261 bis 2266, 2267/1, 2269 bis 2273, 2273/1, 2273/2, 2275/1, 2275/2, 2276, 2276/1, 2277 bis 2280, 2282, 2282/1, 2283, 2283/1, 2284, 2284/1, 2285, 2285/1, 2295, 2299/1, 2300/1, 2301/3, 2301/4, 2358/1, 2359 bis 2364, 2366, 2367/1, 2368 und 2369 sowie Teile der Grundstücke Flst.Nrn. 2028/2, 2028/3, 2029/1, 2029/2, 2030 bis 2032, 2118, 2119/1, 2119/2, 2121 bis 2125, 2141 bis 2143, 2145, 2151/12, 2286, 2286/1, 2287 bis 2294 sowie 2296. Im Osten wird das Naturschutzgebiet durch den außerhalb des Schutzgebiets liegenden Weg begrenzt.

 (3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 vom 1. Februar 1993 und in einer Detailkarte im Maßstab 1:5000 vom 1.Februar 1993 rot eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg i. Br., beim Landratsamt Ortenaukreis in Offenburg und im Rathaus der Stadt Offenburg in Offenburg auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 (4) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 3 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist die Erhaltung eines kleinräumigen Biotopmosaiks im hügeligen Gelände der Vorbergzone mit ungedüngtem Grünland, Feldgehölzen, vielgestaltigen Waldrändern, Streuobstbeständen, Feuchtgebieten unterschiedlicher Art und Lößanrissen als

·               Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tier - und Pflanzenarten, insbesondere Vogel - und Insektenarten,

·               naturhafter Landschaftsteil von besonderer Vielfalt, Eigenart und Schönheit und

·               als Forschungsobjekt für die Naturwissenschaften insbesondere die Biologie.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung oder Veränderung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushalts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können, insbesondere die in den Absätzen 2 bis 6 genannten Handlungen.

 (2) Zum Schutz von Tieren und Pflanzen ist es verboten,

1.           Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,

2.           Standorte besonders geschützter Pflanzen durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu beeinträchtigen oder zu zerstören;

3.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

4.           wildlebende Tiere an ihren Nist- , Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören;

5.           Hunde frei laufen zu lassen.

 (3) Verboten ist es, bauliche Maßnahmen durchzuführen und vergleichbare Eingriffe vorzunehmen, wie

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.           Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.           fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu verändern sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt verändern;

4.           Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderungen.

 (4) Bei der Nutzung der Grundstücke ist es verboten,

1.           die Bodengestalt zu verändern, insbesondere durch Aufschüttungen oder Abgrabungen;

2.           Art und Umfang der bisherigen Grundstücksnutzung entgegen dem Schutzzweck zu ändern;

3.           neu aufzuforsten oder Christbaum - und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen;

4.           Dauergrünland oder Dauerbrache umzubrechen;

5.           Pflanzenschutzmittel, Düngemittel oder Chemikalien zu verwenden;

6.           Bienenstände aufzustellen.

 (5) Insbesondere bei Erholung, Freizeit und Sport ist es verboten,

1.           die Wege zu verlassen;

2.           das Gebiet außerhalb befestigter Wege mit Fahrrädern zu befahren;

3.           zu reiten;

4.           das Gebiet mit motorisierten Fahrzeugen aller Art zu befahren, ausgenommen Krankenfahrstühle;

5.           zu zelten, zu lagern, Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzustellen oder Kraftfahrzeuge abzustellen;

6.           Luftfahrzeuge, insbesondere Luftsportgeräte und Flugmodelle, zu starten oder zu landen sowie das Gebiet mit Luftsportgeräten oder Flugmodellen zu überfliegen.

 (6) Weiter ist es verboten,

1.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu hinterlassen oder zu lagern;

2.           Feuer anzumachen oder zu unterhalten;

3.           Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen.

§ 5 Zulässige Handlungen

 (1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art sowie im bisherigen Umfang erfolgt. Voraussetzung ist weiter, daß

1.           Dünger und Pflanzenschutzmittel nicht ausgebracht werden;

2.           Grünland nicht umgebrochen wird;

3.           eine Beweidung nur mit Schafen erfolgt, wobei
a) eine Koppelhaltung zu unterbleiben hat;
b) ein Pferchplatz nur nach Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde angelegt werden darf;

4.           eine Streuobstnutzung mit Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde zulässig ist;

5.           keine Bienenstände aufgestellt werden.

 (2) Für die forstwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art sowie im bisherigen Umfang erfolgt.

 (3) Für die Ausübung der Jagd gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art sowie im bisherigen Umfang erfolgt. Voraussetzung ist weiter, daß keine Hochsitze errichtet werden; zulässig bleibt das Aufstellen von einfachen Leitern in Gehölzen.

 (4) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Gewässer sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.

§ 6 Schutz - und Pflegemaßnahmen

 (1) Schutz - und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt. § 4 dieser Verordnung ist insoweit nicht anzuwenden.

 (2) Durch Pflegemaßnahmen ist das in § 3 dieser Verordnung beschriebene kleinräumige Biotopmosaik zu erhalten und in Teilbereichen, insbesondere durch Gehölzpflanzungen, zu vervollständigen.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG durch die höhere Naturschutzbehörde Befreiung erteilt werden.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 3 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Naturschutzgebiet nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

FREIBURG I. BR., den 25. Mai 1995

DR. SCHROEDER