3.222 Kattenhorner Bühl

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Kattenhorner Bühl« vom 24. Mai 1996 (GBl. v. 28.06.1996, S. 425).

Auf Grund von § 21 und von § 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBI. S. 385) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf den Gemarkungen Öhningen und Wangen, Gemeinde Öhningen, Landkreis Konstanz werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Kattenhorner Bühl«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 32,6 ha. Es umfaßt auf der Gemarkung Öhningen die Grundstücke: Flst. Nrn. 642 - 645, 649, 653, 705 (zum Teil), 729 (zum Teil), 730 - 733, 735 - 737, 737/1, 738 - 746, 755 (zum Teil), 759 (zum Teil), 765 (zum Teil), 766, 767/1, 769 - 772, 774, 776, 777, 779, 780, 784, 787, 789, 791, 792, 797 - 800, 805, 806, 808, 810, 813, 814, 816 - 822, 824 - 827, 831, 833 - 835, 837 - 843, 846, 916 - 918, 923, 925 (zum Teil), 936 (zum Teil), 937 (zum Teil), 938/1, 940 - 947, 950, 9531 954, 954/1, 955 - 962, 964/1, 965, 966, 966/1, 967, 968, 971 - 976, 979, 979/1, 980, 981/1, 984, 987, 988, 994, 995, 997, 999, 1004 - 10061 1009/1, 1017, 1054/1, 1055 (zum Teil), 1056 - 1058, 1060 - 1062, 1066, 1067/17 1069, 1069/1, 1070, 1072 - 1077, 1080, 1084, 1086 - 1090, 1092, 1095, 1097 - 1100, 1101 (zum Teil), 1102 – 1104, 1111/1, 1112/1, 1113, 1113/1, 1114/1, 1116, 1116/1, 1117, 1119 - 1122 und 3044 und auf der Gemarkung Wangen die Grundstücke: Flst.Nrn. 2276 (zum Teil), 2282, 2284 - 2286, 2286/1, 2287, 2288, 2290 - 2293, 2296, 2297, 2299 - 23021 2305/1, 2307, 2307/1, 2308, 2309 (zum Teil), 2310/1, 2310/3, 2319 - 2322, 2324 und 2326.

 (2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 und in einer Karte im Maßstab 1:2500, jeweils vom 30. März 1996, rot eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg i. Br., beim Landratsamt Konstanz in Konstanz auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach der Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 (3) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung des reich strukturierten Molassehanges bei Kattenhorn als

·               exemplarischen Landschaftsausschnitt am Südhang des Schiener Berges von besonderer Eigenart und Schönheit,

·               Bereich sehr vielfältiger Lebensgemeinschaften aus Magerwiesen, Halbtrockenrasen, Streuobstbeständen, Säumen, Niedermooren, Heckenzügen und Laubwäldern, die alle auf eine extensive Landnutzung angewiesen sind;

·               Lebensraum vieler gefährdeter, zum Teil wärmebedürftiger Tier - und Pflanzenarten.

§ 4 Verbote

 (1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.           Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.           Bodengestalt zu verändern;

4.           Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern; dies gilt nicht für Maßnahmen der Gemeinde .Öhningen zur Trinkwassergewinnung;

5.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.           Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.           Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.           die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.       zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

11.       außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer zu machen;

12.       ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.       Hunde frei laufen zu lassen;

14.       das Schutzgebiet in der Zeit vom 1. April bis zum 31. Oktober außerhalb der befestigten Wege zu betreten;

15.       Stätten für Sport und Spiel bzw. Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen;

16.       Luftfahrzeuge aller Art einschließlich Flugmodelle zu betreiben, zu starten oder zu landen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht für:

1.           die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß in den Magerwiesen, Niedermooren und versaumten Waldrandbereichen keine Wildfütterungsstellen, Wildäcker, Kirrungen und Hochsitze angelegt werden dürfen;

2.           die ordnungsgemäße Ausübung der landwirtschaftlichen Nutzung mit der Maßgabe, daß im gesamten Schutzgebiet nur die Nutzung als Dauergrünland ohne Pestizideinsatz, Düngung und Beweidung zulässig ist, zusätzlich aber auf den in der Karte im Maßstab 1 : 2 500
a) fein punktiert gekennzeichneten Flächen auch eine Beweidung ohne Düngung,
b) schraffiert gekennzeichneten Flächen auch eine Düngung mit Festmist,
c) grob punktiert gekennzeichneten Flächen auch eine Ackernutzung gestattet ist. Die Ackernutzung schließt die Zulässigkeit der Düngung mit Festmist, die Zulässigkeit der Düngung mit Festmist schließt die der Beweidung mit ein.
Weitergehende wasserrechtliche Beschränkungen bleiben unberührt,

3.           die ordnungsgemäße Ausübung der forstwirtschaftlichen Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) naturnahe, aus standorttypischen, einheimischen Laubbaumarten zusammengesetzte Bestände zu erhalten bzw. anzustreben sind;
b) auf die Standorte und Wohnstätten von Pflanzen und Tieren, insbesondere gefährdeter und geschützter Arten, größtmögliche Rücksicht zu nehmen ist;

4.           die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

5.           Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

6.           behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung, kann nach § 63, NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 8 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 (2) Gleichzeitig tritt die Anordnung des Landratsamtes Konstanz zum Schutz von Landschaftsteilen im Bereich des Schienerberges vom 13. September 1954 (Südkurier vom 16. September 1954), zuletzt geändert durch die Dritte Änderungsverordnung des Landratsamtes Konstanz vom 12. Januar 1996, insoweit außer Kraft, als sie den Geltungsbereich der Verordnung über das Naturschutzgebiet betrifft.

FREIBURG I. BR., den 24. Mai 1996

DR.SCHROEDER