3.224 Laubeck- Rensberg

Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Laubeck - Rensberg« vom 17. Mai 1996 (GBl. v. 09.08.1996, S. 517).

Auf Grund der §§ 21 und 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBI. S. 385) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Schonach im Schwarzwald, Landkreis Schwarzwald - Baar - Kreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Laubeck - Rensberg«.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 234 ha und liegt nordwestlich der Gemeinde Schonach im Schwarzwald.

Es umfaßt nach dem Stand vorn 14. Juli 1994 auf dem Gebiet der Gemeinde Schonach im Schwarzwald, Gemarkung Schonach, die Grundstücke Flst. - Nrn. 308/1 (teilweise), 309 (teilweise), 310 (teilweise), 310/1, 324/ 3, 325 (teilweise), 328 (teilweise), 330 (teilweise), 330/3, 330/4, 336 (teilweise), 336/5, 341 (teilweise), 343 (teilweise), 344/1, 345 (teilweise) und 345/9.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 und in einer Karte im Maßstab 1:5000, jeweils mit Stand vom 25. Januar 1996, rot eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg i. Br. und beim Landratsamt Schwarzwald - Baar - Kreis in Villingen - Schwenningen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 (3) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des Gebiets

·               als struktur- und artenreiches Mosaik ans unterschiedlichen Wäldern, Mooren, Wiesen, Weiden und anderen Lebensräumen;

·               als Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter, zum Teil vom Aussterben bedrohter Tier - und Pflanzenarten;

·               als verkehrs- und siedlungsarmer, relativ wenig gestörter Bereich.

§ 4 Verbote

 (1) Im Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 (2) Insbesondere ist verboten:

1.           bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.           Einfriedungen und Zäune aller Art zu errichten, ausgenommen Weide - und Wildschutzzäune, Schutzzäune an Verkehrswegen sowie Zäune entlang von Loipen und Wanderwegen;

3.           Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

4.           die Bodengestalt sowie die Böden als Naturkörper in ihrer physikalischen, chemischen und biologischen Beschaffenheit zu verändern;

5.           fließende oder stehende Gewässer anzulegen, umzugestalten, zu beseitigen oder andere Maßnahmen zu treffen, die den Wasserhaushalt verändern, sowie Stoffe in Gewässer einzubringen, die die Wasserqualität nachteilig beeinflussen können;

6.           Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

7.           Plakate, Bild - oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

8.           Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören, ausgenommen das Beeren - und Pilzesammeln im ortsüblichen Umfang entsprechend den Regelungen des Artenschutzrechts;

9.           Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

10.       die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

11.       zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

12.       außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen;

13.       ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

14.       Hunde frei laufen zu lassen;

15.       das Schutzgebiet außerhalb von Straßen, markierten Wegen oder Loipen zu betreten, ausgenommen beim Beeren - und Pilzesammeln, soweit nicht das Betreten einzelner Flächen durch Zäune oder Hinweistafeln ausgeschlossen wird;

16.       mit motorisierten Schneefahrzeugen aller Art zu fahren, ausgenommen hoheitliche Fahrten, Fahrten der Rettungsdienste, soweit solche Fahrten zur Aufgabenerfüllung jeweils notwendig sind, notwendige Versorgungsfahrten und Zubringerdienste zu Häusern, die mit Straßenfahrzeugen nicht zu erreichen sind sowie notwendige Fahrten zur Pflege von Loipen und Wanderwegen,

17.       Veranstaltungen im Freien oder Wanderungen mit mehr als 50 Teilnehmern durchzuführen; zulässig bleiben traditionelle Veranstaltungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

18.       Sportstätten und Spielplätze einzurichten, Zelt- und Lagerplätze anzulegen;

19.       Rad zu fahren, ausgenommen auf befestigten Wegen mit mindestens 2 Metern Breite sowie auf Wegen, die im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde hierfür zugelassen sind;

20.       das Starten und Landen von Luftfahrzeugen einschließlich Luftsportgeräten sowie der Aufstieg von Flugmodellen;

21.       Skiabfahrten, Wanderwege und Loipen auszuweisen;

22.       Wintersport zu treiben, wenn wegen geringer Schneehöhe Pflanzen oder Böden geschädigt werden können;

23.       beim Wintersport die ausgewiesenen Loipen oder Wanderwege zu verlassen.

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht:

1.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß auf den in der Karte im Maßstab 1 : 5 000 markierten Flächen
a) keine Fütterungen oder Wildäcker angelegt werden dürfen;
b) Hochsitze nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde errichtet werden dürfen;

2.           für die ordnungsmäßige Ausübung der Fischerei;

3.           für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß
a) langfristige Naturverjüngungsmaßnahmen über femelschlagartige Eingriffe nach Möglichkeit auszuschöpfen sind;
b) die Waldflächen nur mit standortgerechten Mischbeständen heimischer Baumarten zu verjüngen sind;
c) ein möglichst hoher Anteil von Alt- und Totholz anzustreben ist;
d) befestigte Forstwirtschaftswege (Fahrwege) nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde neu angelegt oder wesentlich geändert werden dürfen;
e) Kahlhiebe über 1 ha Fläche nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde erfolgen dürfen;
f) die in der Karte im Maßstab 1:5000 markierten Moorwälder nur im Rahmen von Pflegemaßnahmen in Abstimmung mit der höheren Naturschutzbehörde genutzt werden dürfen;
g) Meliorationskalkungen nur in Abstimmung mit der höheren Naturschutzbehörde durchgeführt werden dürfen;

4.           für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in der bisherigen Intensität mit der Maßgabe, daß
a) Landwirtschaftswege nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde neu angelegt oder wesentlich verändert werden dürfen;
b) die in der Karte im Maßstab 1: 5000 senkrecht schraffierten Flächen nur mit Festmist oder mit schwerlöslichen Phosphatdüngern und chloridfreien Kalidüngern gedüngt werden dürfen und darüber hinaus die innerhalb dieser Flächen befindlichen Feuchtgebiete nicht gedüngt werden dürfen;
c) die in der Karte im Maßstab 1: 5000 gekreuzt markierten Flächen nicht gedüngt und nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde extensiv beweidet werden dürfen;
Flächen, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- - oder Stillegungsprogramm zeitweise nur eingeschränkt genutzt oder stillgelegt waren, dürfen nach Vertragsablauf in die vor Vertragsbeginn zuletzt ausgeübte landwirtschaftliche Nutzung zurückgeführt werden, wenn der Vertrag nicht verlängert oder kein finanzieller Ausgleich auf andere Weise geleistet wird;

5.           für erforderliche Bauvorhaben im Rahmen eines landwirtschaftlichen Betriebes, die in landschaftsbezogener Bauweise errichtet werden und nach dem Baugesetzbuch zulässig sind 35 Abs. 1);

6.           für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

7.           für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

8.           für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSch6 Befreiung erteilt werden.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 8 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 (2) Gleichzeitig tritt im Geltungsbereich dieser Verordnung die Verordnung des Landratsamts Schwarzwald - Baar - Kreis vom 14. November 1989 über das Landschaftsschutzgebiet »Talschwarz­wald - Obere Elz« außer Kraft.

FRFIBURG I. BR., den 17. Mai 1996

DR.SCHROEDER