4.001 Dornacher Ried mit Häckler Ried, Häckler Weiher und Buchsee

Verordnung des Kultministers als höhere Naturschutzbehörde vom 4. Juni 1937 über das Naturschutzgebiet Dornacher Ried mit Häcklerried, Häcklerweiher und Buchsee auf Markung Wolpertswende und Blitzenreute Kreis Ravensburg (Reg.-Anz. f. Württ. v. 12.06.1937).

 

Aufgrund der §§ 4, 12 Abs. 1, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31.Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

 

§ 1

Das Naturschutzgebiet Dornacher Ried einschließlich Häcklerweiher, Häcklerried und Buchsee im Kreis Ravensburg wird mit dem Tage der Bekanntgabe dieses Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 (1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 151,44 Hektar und umfasst die nachbezeichneten Teile auf Gemarkung

·               a) Wolpertswende: Parz. Nr. 989
(Dornacher Ried) mit 26,66 ha

·               b) Blitzenreute: Parz. Nr. 14
(Buchsee) mit   7,88 ha
Parz. Nr. 15/2: Häcklerweiher mit 24,37 ha
Häcklerried mit 66,31 ha
von Parz. Nr. 16/1   0,20 ha
von Parz. Nr. 16/2   0,25 ha
von Parz. Nr. 16/3   5,80 ha
von Parz. Nr. 16/4    19,97 ha

 insgesamt also 151,44 ha

sämtlich im Eigentum des Württ. Fiskus, Verwaltung der Forstdirektion, vertreten durch das Forstamt Mochenwangen.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:10000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde niedergelegt ist. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz, bei der höheren Naturschutzbehörde und bei der Landesstelle für Naturschutz in Stuttgart, beim Herrn Landrat als unterer Naturschutzbehörde in Ravensburg und beim Forstamt Mochenwangen.

 

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

·               a)Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier und Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge oder sonst lästige blutsaugende Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) die Wege zu verlassen, insbesondere das Brutgebiet der Lachmöwen zu betreten, die Seen zu befahren oder in ihnen außerhalb der vorgesehenen Badestelle zu baden, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               e) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der natürlichen Wasserläufe oder Wasserflächen auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen.

·               f) Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

 

§ 4

 (1) Unberührt bleiben:

·               a)die Nutzung als Streuwiesen auf Parz. Nr. 15/2, durch die hierzu Berechtigten, soweit das Brutgeschäft der Wasservögel, insbesondere der Lachmöwen nicht gestört wird,

·               b) die Fischereinutzung auf Parz. Nr. 14 (Buchsee) und Parz. Nr. 15/2 (Häcklerweiher),

·               c) die Erlaubnis zum Baden im Häcklerweiher im Rahmen der von der Forstdirektion im Benehmen mit der Landesstelle für Naturschutz aufgestellten Vorschriften,

·               d) die Nutzung als Wirtschaftswald auf Parz. Nr. 16/2 und den in das Schutzgebiet einbezogenen Teilen der Parz. Nr. 16/1 und 16/3 Markung Blitzenreute,

·               e) die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften im § 3 von mir genehmigt werden.

 

§ 5

Wer den Bestimmungen des § 3 zuwider handelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Regierungsanzeiger für Württemberg in Kraft; sie wird auch im Amtsblatt des Württ. Kultministeriums und im Amtsblatt des Kreises Ravensburg veröffentlicht.

 

gez. Mergenthaler