4.003 Eisenbachhain

Verordnung über das Naturschutzgebiet auf Markung Dettenhausen Kr. Tübingen (Reg.-Anz. f. Württ. v. 31.08.1937).

 

Aufgrund der §§ 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821), sowie der §§ 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

 

§ 1

Das Naturschutzgebiet im Kreise Tübingen wird mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 8,3 ha und umfasst auf Markung Dettenhausen von Parz.Nr.3210 die Abt. 16 s 14 und 19 s 15 im Staatswalddistrikt II des Forstbezirks Einsiedel. Das Schutzgebiet ist Eigentum des württ. Fiskus (Verwaltung der Forstdirektion).

(2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in eine Karte rot eingetragen, die bei der obesten Naturschutzbehörde niedergelegt ist. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz, bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart, bei der unteren Naturschutzbehörde in Tübingen und dem Forstamt Einsiedel in Tübingen.

 

§ 3

Im Bereich des Schutzgebiets ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden und abzureißen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier und Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen,

·               c) das Einbringen von Pflanzen und Tieren,

·               d) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               e) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt (einschließlich der natürlichen Wasserläufe oder Wasserflächen) auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

·               f) Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebiets hinweisen,

·               g) jede forstliche Nutzung einschließlich der Aufbereitung des Scheidholzes.

 

§ 4

Unberührt bleibt die Ausübung der Jagd nach dem RJG.

In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften im § 3 von mir genehmigt werden.

 

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung hierzu bestraft, soweit nicht schärfere Strafbestimmungen anzuwenden sind.

 

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Württ. Regierungsanzeiger in Kraft.

 

Stuttgart, den 23. August 1937

Der Kultminister als höherer Naturschutzbehörde

gez. Mergenthaler