4.004 Nägelesfelsen

Verordnung über das ”Naturschutzgebiet Nägelesfelsen” auf Markung Urach, Kreis Urach (Reg.-Anz. f. Württ. v. 31.08.1937).

 

Aufgrund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31.Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

 

§ 1

Der ”Nägelesfelsen” mit seiner Umgebung im Staatswalddistrikt VI Eichhalde des Forstamts Urach, auf Markung Urach, Kreis Urach, wird mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 12,4 ha und umfasst Teile der Waldabteilungen Nägelesfelsen, Kiesgrube und Breitenstein des Staatswalddistriktes Eichhalde.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde niedergelegt ist. Weitere Ausfertigungen dieser Karte fbefinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz, bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart, der unteren Naturschutzbehörde in Urach und bei dem Forstamt Urach.

 

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlingen und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               e) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt – einschließlich der natürlichen Wasserläufe oder Wasserflächen – auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

·               f) Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen,

·               g) jegliche Holznutzung – auch das Entfernen von Scheidholz sowie das Einsammeln von dürrem Leseholz -.

 

§ 4

 (1) Unberührt bleibt die rechtmäßige Ausübung der Jagd.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften von mir genehmigt werden.

 

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im ”Regierungsanzeiger für Württemberg” in Kraft.

 

Stuttgart, den 23. August 1937

Der Württ. Kultminister als höhere Naturschutzbehörde

gez. Mergenthaler.